Umgang der Lehrer mit ADHS
Hallo,
mein Kind (7 J.) wurde vor ein paar Monaten mit ADHS diagnostiziert. In der Schule kommt es vermehrt zu Problemen - kleinen Wutausbrüchen. Er ist sensibel und reagiert sehr schnell auf Provokationen. Er wird leider auf der Schule auch oft provoziert und war schon Opfer von Mobbing auf der Schule.
Ich will das alles gar nicht rechtfertigen und wir arbeiten zu Hause auch sehr intensiv daran. Laut den Lehrern merkt man das auch und das Kind ist sehr selbstreflektiert, wenn er sich wieder beruhigt hat. Es ist auch schwer für das Elternteil zu hören/ „Mama, ich weiß, dass das nicht richtig ist, aber ich kann nicht anders. Ich versuche wirklich dolle meine Nerven festzuhalten, aber mein Körper macht das einfach. Das find ich auch doof.“
Nun hatten wir schon die 2. Klassenkonferenz (es ging um 6 Kinder gegen eines). Ich habe das Gefühl, dass die Situation teils verharmlost wird. Z.B. wurde verschwiegen, oder nicht erkannt, dass eines der Kinder zuerst getreten hat.
Es ist natürlich auch sehr schwierig, ich verstehe da auch die Lehrer, dass es im Klassenverband eine große Herausforderung darstellt, bei so vielen Kindern auf ein einzelnes einzugehen. Schule ist ein großer Triggerpunkt. Im privaten Bereich funktioniert es besser - ich kann aber nicht immer da sein…
Ich bin sehr offen mit der Diagnose und bemühe mich um Lösungen.
Therapieplätze zu bekommen ist enorm schwer! Wir stehen auf Wartelisten. Wir sprechen viel zu Hause darüber und eine Schulbegleitung ist beantragt.
Bei besagter Klassenkonferenz wurde mehrfach eine Medikation angesprochen. Ich habe mein Bedenken geäußert, vor allem ohne (konsequenten)therapeutischen Beistand. Zudem bin ich dran wirklich alles andere an Mitteln auszuschöpfen/zu versuchen. Ich finde es einfach sehr schwierig, da als Lehrerschaft auf eine Medikation zu bestehen oder eine „überbrückende“ Medikation quasi zu verlangen. Nochmal: ich verstehe auch die Gegenseite, aber ist es nicht leicht übergriffig, da immer wieder drauf zurückzukommen (mehrfach im Gespräch) und mir dann auch nochmal privat zu schreiben? Ebenso wurde von mir erwartet, dass ich eine Schweigepflichtsentbindung für die derzeitige Praxis unterschreiben und nach einer Akteneinsicht gefragt. Das habe ich entschieden abgelehnt - ich bin sehr offen in der Kommunikation und beantworte gerne alle Fragen. Auch das wurde mir nochmal schriftlich angeboten.
Ich habe einfach das Gefühl, dass ein extremes Schubladendenken herrscht und die Lehrkräfte Grenzen überschreiten.
Ich versuche doch schon alles und steh im Kontakt, auch zum Jugendamt. (Die Person kennt uns übrigens auch schon seit 4 Jahren, durch Zusammenarbeit) und ermutigt mich, da „auf mich“ zu hören.
Hat jemand ähnlich Erfahrungen oder einen Rat?
Posted May 7, 2024, 7:42 AM UTC