Warum mein Fahrrad jetzt einen Tiefgaragenstellplatz hat - Oder: Wie Steuern und Abgaben effiziente Nutzung von Eigentum verhindern
Ich habe 2024 ein Haus in der historischen Altstadt einer Deutschen Stadt erworben. Die Straßen sind aus dem Mittelalter, entsprechend alles Fußgängerzone, kaum bis wenig befahrbar, bis auf einige wenige Tiefgaragen. Zu dem Haus gehörte ein Tiefgarangenstellplatz, den ich für 22.000€ mit gekauft habe.
Ich habe kein Auto. Ich fahre Fahrrad. Ein wesentlicher Grund, warum ich mir ein Haus in einer Nachbarschaft aus der Zeit des zweiten Kreuzzuges gekauft habe, ich weil ich gern Dinge zu Fuß erledige und Autos nicht mag.
Ich möchte diesen Stellplatz vermieten. Die Tiefgaragenplätze sind selten und heiß begehrt bei den autovernarrten Deutschen. Also wird gerechnet.
... der Stellplatz hat mich in der Anschaffung 22.000€ gekostet. Ich möchte damit eine Rendite von wenigstens 3% pro Jahr erwirtschaften. Das macht eine Jahreskaltmiete von 660€ Euro, die ich einkassieren müsste, damit das Geld nicht besser im Tagesgeld oder Geldmarktfondt liegt.
Okay, kein Problem, oder?
Wenn ich einfach nur einen Tiefgaragenstellplatz ohne dazugehörigen Wohnraum vermiete, will der Deutsche Staat Mehrwertsteuer sehen.
Außerdem zählt Mieteinkommen als Einkommen und muss bei mir mit 45% versteuert werden.
... damit werden aus jährlich 660€ erstmal 1.200€ vor der Einkommenssteuer. Das ist dann die Netto-Miete. Darauf muss aber noch die 19% Mehrwertsteuer drauf, das sind dann 1.481€ Jahresmiete. Dazu müssen oben als Sockel noch 30€ Nebenkosten der Tiefgarage, die einfach weitergereicht werden. Das sind pro Jahr 360€.
Gesamte Jahresmiete für den Stellplatz wären 1.841€, d.h. im Monat 154€.
... und das zahlt natürlich keiner. ... deshalb steht da jetzt das Fahrrad.
Ein paar Einwände vorweg:
Warum vermietest du den Stellplatz nicht für weniger? ... weil ich mir das Gelaber mit dem Mieter nicht für weniger als die paar hundert Euro im Jahr antun will. Sobald da einmal Öl ausläuft bin ich am Rennen für Peanuts.
Warum verkaufst du den Stellplatz nicht einfach? ... weil das den Wert des Hauses nennenswert senken würde. Der nächste Autonarr, der die Hütte kaufen wollte, könnte dann nirgends parken.
Was ist mit einer Abschreibung des Kaufpreises?! Ja okay, man könnte noch ein paar mehr Euro vom Kaufpreis jedes Jahr abschreiben. Aber um diese Abschreibung vorzunehmen, müsste ich wieder meinen Steuerberater aktivieren, der wieder Geld kostet. Da kommt nichts bei rum.
Posted Mar 22, 2025, 6:50 PM UTC