Überfragt und etwas verzweifelt.
Hallo,
erst schien die Wohnung sehr gut, war auch (vom ersten Blick) anständig renoviert. Aufgrund mehrerer Absagen war es dann auch das letzte verbliebende Angebot. Nach Unterschrift des Mietvertrags und dem Aufmaß für die Möbel und Küche fingen die Probleme jedenfalls an.
- Der Balkon wurde bei der Renovierung "vergessen" und zügige Nachbesserung bis zum Einzug versprochen. Handwerker war informiert, nichts ist passiert.
- Beim Aufmaß für die Möbel wurden dann defekte Steckdosen (alle durchprobieren tut ja wohl keiner) entdeckt, was eine Installation der Küche unmöglich macht.
- Die Wohnung hat keinen Internetanschluss - der Vermieter hat mir diesbezüglich dreist ins Gesicht gelogen, ich habe eine präzise Nachfrage gestellt.
- Klingel ist ausgefallen, das Briefkastenschloss gibt auf und der Vermieter weigert sich nun, mir einen Schlüssel für den Keller zu geben. Ich habe von meinen Nachbarn gehört warum: da unten lagert Sperrmüll im für mich vorgesehen Kellerraum, den er beräumen müsste, darauf hat er wahrscheinlich keine Lust.
- Schimmelbefall wurde ebenfalls entdeckt, der ist nicht so schlimm, aber das nervt natürlich oben drauf.
- Eine Heizung hat gestern den Geist aufgegeben.
Insgesamt habe ich einen rechtlichen Anspruch auf eine Gesamtminderung von mindestens 33%, welche ich auch durchgeführt habe.
So weit so nervig. Vermieter hat zügige Nachbesserung versprochen; Handwerker bricht Termine. Auf die Mietminderung hat der Vermieter mit Guilt Tripping, Empathie und Vorwürfen des Rechtsbruches alles versucht, um "seine" 200€ einzutreiben. Ich habe qua Beruf ein bisschen Ahnung von Mietrecht und Recht generell und auch eine Rechtsschutz, welche den Bereich 'wohnen' abdeckt. Ich möchte nun eigentlich nur noch hier raus, da der Vermieter bezüglich der Mängel auf stur schaltet, da ich nicht mehr an eine Nachbesserung der Mängel glaube. Insbesondere mit dem Internetanschluss, zur bauseitigen Verfügungstellung er verpflichtet ist, hat er sich ein großes Ei gelegt, weil er hierfür wahrscheinlich dann doch umfangreichere Arbeiten durchführen muss.
Ich will eigentlich nur noch hier raus, aber der Vermieter hat - wie in Großstädten leider üblich und Standard und kein Problem, wenn die Immobilie in Ordnung ist - eine Mindestmietklausel eingefügt, welche eine unverzügliche Kündigung unmöglich macht.
Ich habe schon alles in die Wege geleitet, was machbar ist, suche einen guten Anwalt für Mietrecht und jeden Mangel dokumentiert. Jetzt ist die Frage - wäre die Möglichkeit der Sonder- und fristlosen Kündigung gegeben? Immerhin wurde ich bezüglich des Internetanschlusses hinters Licht geführt und trotz durchgehenden Kontakt wurde innerhalb von einem Monat *überhaupt* nichts nachgebessert. Parallel könnte ich ihm noch Druck machen mit dem Sperrmüll im Keller (Brandgefahr) und den fehlenden Rauchmeldern (auch angemahnt, tut sich nix). Eine Wohnungsgeberbestätigung verweigert er auch derzeit.
Diesbezüglich habe ich jetzt einen Vierfachschlag vor...
- Er hat einen mündlichen Vertrag mit der Beauftragung meinerseits für neue Hausschlüssel gemacht und zahlt nun die Rechnung nicht. Wird noch einmal dran erinnert, danach geb ich das wenn möglich an ein Inkassobüro, falls es inkassofähig ist.
- Brandschutz
- Wohnungsgeberschein weigert er sich ja auch bisher.
- Weitere Eskalation des ganzen über die Rechtsschutz/Anwalt und alle Register ziehen, welche das BGB bieten inkl. der Androhung eines Rechtsstreits oder Zurückbehaltung der Miete gem. 320 BGB
Ich überlege es sogar, auf einen Rauswurf anzulegen, wenn ich vorher was neues habe, bin da aber bzgl der Mindestmietdauer unsicher.
Ja, ja, ja, bevor das kommt: Gang zum Anwalt. Bin ich schon bei. Nur: was kann man noch machen, was fällt der Schwarmintelligenz ein?
Posted Apr 15, 2025, 7:35 PM UTC