Eine unerwartete Wendung: Wenn Lebenspläne ins Wanken geraten ((Kein)Kinderwunsch, Unfruchtbarkeit, Wechseljahre, Wünsche)
Wo fange ich an? Mein Partner (M37) und ich (F33) sind seit 13 Jahren zusammen. In unseren Zwanzigern war für uns klar, dass wir heiraten und Kinder bekommen würden. Er wünschte sich immer drei Kinder, während ich mit einem Kind bereits völlig erfüllt gewesen wäre. Als ich 29 wurde und das Thema ernster ansprach, hatte mein Partner einen emotionalen Ausbruch. Er konfrontierte mich damit, dass er nie Vater sein und auch nicht heiraten wolle. Er wollte unabhängig sein, mit Freunden feiern, beruflich erfolgreich sein und viel reisen.
Das traf mich wie ein Schlag. Heiraten war mir schon immer sehr wichtig, und bis heute, vier Jahre später, fällt es mir schwer, dass er dies kategorisch ausschliesst - jedoch war und ist das für mich kein Trennungsgrund. Ich nahm mir Zeit, um darüber nachzudenken, ob ich ohne Kinder leben könnte. Da ich durch viele Weiterbildungen beruflich sehr erfolgreich bin, gerne arbeite und darin aufgehe, das Reisen liebe und auf keiner Party fehlen möchte, konnte ich mir ein Leben ohne Kinder tatsächlich gut vorstellen. Hinzu kamen extreme Ängste vor Schwangerschaft und Geburt, was diese Ansicht noch verstärkte. So habe ich die letzten drei Jahre gut damit gelebt, keine Kinder zu haben und mein Leben meinem Partner, der Karriere und dem Reisen zu widmen.
Doch seit etwa einem halben Jahr habe ich nur noch Probleme auf der Arbeit. Die finanzielle Lage dort ist angespannt, und die Geschäftsleitung lässt ihre Frustration an den Mitarbeitern, insbesondere an mir, aus. Ich merke, wie unzufrieden ich bin. Obwohl ich mich bewerbe, werde ich von keiner Firma eingeladen und finde auch nicht die erfüllende Stelle auf Leitungsebene. Auch meine Freunde melden sich kaum noch, da alle ihre eigenen Familien haben. Mein Smartphone bleibt täglich still. Meine beste Freundin hat vor einem halben Jahr ein Kind bekommen; ich liebe die Kleine abgöttisch, aber natürlich hat auch sie jetzt nur noch begrenzt Zeit für mich. Ich reise viel – dieses Jahr war ich bereits sechs Wochen im Urlaub – und meine Beziehung läuft ebenfalls sehr gut. Trotzdem bin ich nicht glücklich.
Seit Längerem habe ich auch körperliche Beschwerden. Ich habe alle zwei Wochen meine Periode, die dann zwei bis drei Wochen anhält. Deswegen war ich bereits bei drei Frauenärzten, die mir nicht helfen konnten. Vor zwei Wochen suchte ich eine vierte Frauenärztin auf, die mir mitteilte, dass ich viele, übergrosse Myome habe. Zusätzlich diagnostizierte sie, dass ich kurz vor der Unfruchtbarkeit stehe und in die verfrühten Wechseljahre komme – mit gerade einmal knapp 33 Jahren. Seit dieser Diagnose weine ich täglich. Ich weiss nicht mehr, wohin mit mir. Zuvor war es für mich in Ordnung, keine Kinder zu bekommen, aber jetzt, wo mir die Möglichkeit scheinbar genommen wird, hadere ich sehr mit mir selbst. Ich frage mich, ob ich es bereuen werde, keine Kinder zu haben, ob ich unglücklich sein werde, wenn ich keine bekomme. Ich hinterfrage den Sinn meines Lebens und was ich hier eigentlich mache. Es fällt mir auch schwer, mit meinem Partner über diese Themen zu sprechen, da ich ihm vor ein paar Jahren gesagt und die letzten Jahre immer wieder bestätigt habe, dass ein Leben ohne Kinder für mich in Ordnung ist, und jetzt das...
Mich würde sehr interessieren, ob ihr auch schon einmal in einer solchen Situation wart. Sind das innere Wünsche, die jetzt nach vorne treten? Oder ist es die Angst, etwas zu verpassen? Oder ist dies nur eine Momentaufnahme, weil ich eine solche Diagnose nie erwartet habe?
Posted Jun 13, 2025, 12:31 PM UTC