Ich (26M) hab noch keinerlei romantische Erfahrungen und es macht mich fertig.

Mental Health

TLDR: Ich bin 26 und habe noch keine romantische Erfahrungen. Ich würde gerne sagen, dass ich damit umgehen kann und es mir gut geht, doch es gibt immer wieder Phasen (wie jetzt gerade) wo es extrem an mir nagt und ich würde gerne wissen wie ich damit besser umgehen kann.

Ich habe vor einigen Monaten eine Therapie begonnen und weiß jetzt schon viel mehr über mich. Am Anfang der Pubertät habe ich mich sehr für mein Aussehen geschämt und wurde auch etwas gemobbt deswegen. Meine Eltern waren emotional nie da für mich und auch sonst hatte ich in dieser Zeit niemanden. Das führte dazu, das ich starke soziale Ängste entwickelte und nicht mehr viel raus ging. Das ich mich extrem einsam fühlte. Die Folgen davon spüre ich immer noch oft und durch die Therapie weiß ich was das alles für ein Trauma bei mir hinterlassen hat.

Heute läuft eigentlich vieles in meinem Leben super und es gibt einige Dinge auf die ich stolz bin. Ich habe einen spannenden Job und mein erstes eigenes Apartment. Ich habe richtig coole Hobbies und setze mir hier regelmäßig Ziele, die mich dazu bringen meine Grenzen zu überwinden. Ich habe einige Jahre im Ausland gelebt und es auch geschafft mir dort etwas aufzubauen. Ich habe eine gute Freundesgruppe und auch zu meiner Familie wird der Kontakt langsam wieder besser.

Aber romantische Erfahrung habe ich immer noch keine. Die längste Zeit habe ich einfach nicht mal geglaubt, dass es für mich eine Option ist jemanden zu finden, weil ich dafür viel zu hässlich bin und niemand mich jemals lieben könnte. Selbst in den Spiegel zu schauen war schwierig für mich. Heute weiß ich dass das natürlich nicht stimmt und ich versuche offen zu sein für Dating und generell mehr neue Leute zu treffen. Bislang erfolglos.

Gleichzeitig macht diese Situation Freundschaften mit Frauen schwer für mich. Ich habe 2-3 gute Freundinnen (klar platonisch) und irgendwie verwende ich diese Freundschaften manchmal (natürlich unterbewusst und ungewollt) als "Beweis", dass ich doch jemanden finden kann -> "Wenn sie mich mag, dann könnte mich auch eine Frau lieben". Dadurch liegt aber extrem viel emotionaler Wert von mir auf diesen Freundschaften. Ich klammere und jede Distanz die in einer anderen Freundschaft ganz normal wäre, kann zu einer Krise bei mir führen. Das belastet mich, weil diese Situationen meine Gedanken sehr einnehmen und ich viele Gedankenspiralen drehe. Das ist mir jetzt schon ein paar mal passiert, mit unterschiedlichen Personen und ich weiß auch nicht ganz wie ich damit umgehen soll.

Ich weiß dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich weiß dass ich lernen muss mich selbst zu lieben und auch die anderen Menschen in meinem Leben zu schätzen. Ich bin nicht allein und ich bin nicht kaputt. Aber manchmal tut es einfach sehr weh. Ich fühle mich einsam, trotz Kontakt mit vielen Menschen. Ich fühle mich übriggeblieben, als wäre da ein Loch tief in mir.

Wie kann ich anfangen mich selbst zu lieben nach 10 Jahren voller Scham?

Wie kann ich aufhören meinen Selbstwert auf andere auszulagern und mir den selbst zu geben?

Große Fragen, ich weiß, aber manchmal fühlt es sich einfach hoffnungslos an.

Posted Jul 7, 2025, 9:36 PM UTC

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