Werden "Softskills" im Bewerbungsprozess zu wenig berücksichtigt?
Hallo zusammen,
ich komme aus dem Bereich Softwareentwicklung und bin in meinen 40igern. Bin nun seit ein paar Monaten zum ersten Mal auf Jobsuche (davor hat sich immer eine Gelegenheit ergeben) und es läuft maximal OK. Natürlich frage ich mir warum es nicht besser läuft und da gibt es sicherlich ganz viele Faktoren.
Mir geht es hier aber um einen Aspekt, der mir viel zu wenig beleuchtet zu sein scheint: Die Softskills. Ich mochte diesen Aspekt nie, weil ich mich früher immer auf rein fachliche Fähigkeiten konzentriert habe und daher mit Softskills immer NUR so "Schwammige" Dinge wie Teamfähigkeit etc assoziiert habe (und davon ausgegangen bin, habe ich natürlich auch).
Für mich wirkt es inzwischen aber anders. Die reinen fachlichen Dinge, die klar aus dem Lebenslauf ersichtlich sind, sind eben der Standard. Also Dinge, die praktisch jeder hat oder zumindest nach dem Lebenslauf hat (weil er auf Stelle X gearbeitet hat). Daher kommt es mir so vor, dass meine eigentlichen Stärken, die ich in allen Team bisher auch beweisen konnte, gar nicht aus dem Lebenslauf ersichtlich sind und daher natürlich auch nicht berücksichtigt werden können.
Ich gehe zu, dass ich es mir auch recht einfach gemacht habe, weil ich zwar einen Top Lebenslauf erstellt habe, aber auf Anschreiben verzichtet habe. Dort wäre natürlich Platz so Dinge zu beschreiben. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass diese richtig gelesen werden und man dann auch die Punkte glaubwürdig rüberbringen kann.
Mir geht es hier nicht darum "herumzuheulen" oder Tipps zu bekommen, wie man ein Anschreiben schreibt, sondern mich würde interessieren, ob ihr denkt, dass diese soften Faktoren tatsächlich viel zu wenig in der Vorauswahl berücksichtigt werden. Bisher habe ich im Lebenslauf (aus Platzgründen) keine "Kurzvorstellung" geschrieben. Habt ihr die Erfahrung gemacht, dass diese vielleicht sinnvoll wäre?
Posted Jul 17, 2025, 8:46 AM UTC