Autismus oder einfach schlechter Mensch?
Kontext: Ich habe die Verdachtsdiagnose F84.5 bei einem Erstgespräch in einer psychotherapeutischen Einrichtung erhalten. Ich beginne bald eine Psychotherapie, da ich zunehmend darunter leide keine wirklich tiefen Beziehungen zu anderen Menschen zu haben. Die Sehnsucht nach wirklicher Verbindung zu anderen Menschen führt bei mir zu einem Leidensdruck. Ich habe also durchaus ein starkes Interesse daran Menschen kennenzulernen, sowohl freundschaftlich als auch romantisch.
Natürlich begebe ich mich (teilweise freiwillig teilweise unfreiwillig) in Situationen in denen man Menschen kennenlernt. Oft scheitert es natürlich auch daran, dass ich einfach sehr unbeholfen und komisch in der sozialen Interaktion bin, aber das viel größere Problem ist mein sehr schnell schwindendes Interesse am gegenüber. Häufig langweilt mich mein Gegenüber bereits nach kurzer Zeit und ich beschließe bereits unterbewusst, dass es sich nicht lohnt die Person weiter kennenzulernen. Ich will gar nicht sagen, dass ich selbst mega die spannende Person bin (überhaupt nicht). Trotzdem bin ich eben oft in dieser Situation, dass ich trotz der großen Sehnsucht tiefe Beziehungen zu anderen Menschen zu haben mich nicht wirklich darauf einlasse und mein Gegenüber bereits nach kurzer Zeit langweilig oder auch zu vorhersehbar finde. Das äußert sich dann in dem ich im Gespräch keine Gegenfragen stelle und nur sehr kurze Antworten gebe, sodass mein Gegenüber dann auch keine Lust mehr hat weiter das Gespräch zu führen. Ich habe auch das Problem, dass ich mich oft "überlegen" fühle (das hört sich sehr schlimm und abwertend an, und ich würde das auch niemals so gegenüber jemanden äußern).
Meine Frage ist eben ob das mit Autismus zusammenhängen kann? Kennen andere auch diese Probleme? Oder bin ich tatsächlich einfach ein schlechter Mensch?
Posted Oct 2, 2025, 1:46 PM UTC