Verhalten berechtigt?

Rat erwünscht/Frage :frage:

Hey!

Ich hoffe, ich muss mich hier jetzt nicht als Imposter fühlen, denn ich bin kein Elternteil sondern ein "Kind". Ich hätte gerne mal ein paar Meinungen von Außenstehenden und leuten, die objektiv auf das Verhalten schauen können.

Ich bin 18, Einzelkind (männlich), lebe noch bei meiner Mutter, da ich momentan noch in der Oberstufe bin, diese aber voraussichtlich nächstes Jahr abbrechen werde und zur Bundeswehr gehe (ganz zum "leid" meiner Eltern).

Meine Mutter versucht, viel für mich zu machen, aber alles nicht bedingungslos, stellt es so hin, als müsste ich ihr für alles, was sie mir gegeben hat, ihre Füße küssen. Mache ich das nicht, wurde es mir früher einfach wieder weggenommen bzw mir damit gedroht, es mir zu nehmen. Dadurch habe ich gelernt, wenn jemand etwas für mich tut, muss ich das doppelte zurückgeben, nie in einen Konflikt mit Personen geraten, die mir einen gefallen getan haben und dadurch funktioniere ich wie ein "schoßhund".

Früher war die Situation zuhause sehr schlimm, wenn ich mit dem Wissen von heute zurück blicke. Psychischer Missbrauch (Beleidigungen, Drohungen, silent treatment etc.), manchmal auch körperlich und hinterher Vernachlässigung durch neuen (jetzt ex-) Partner. Das hat schon was bei mir hinterlassen und ich habe ihr verziehen, irgendwie. Aber ich kann sie immernoch nicht in den Arm nehmen oder so, ohne ein Gefühl von "Ich will das nicht, ich will hier weg" zu bekommen...Ich fühle mich dadurch sehr schlecht und wie ein schlechtes Kind :/.

Wenn ich sie um etwas bitte, wird es auch immer mehr ignoriert, so lange ich nicht etwas für sie mache... Ich bin momentan dabei, aus einer Sozialphobie raus zu kommen (die durch Kindheit plus Mobbing entstanden ist), das klappt auch sehr sehr gut, manches fällt mir eben nur schwer und meine Mutter will das nicht verstehen. Mir fällt allerdings auf, dass es besser klappt, wenn ich etwas für mich alleine mache, dann bin ich total produktiv, fröhlich und selbstsicher.

Da meine Mutter alleinerziehend ist und ich ihr einziges Kind und sie sehr zurückgezogen lebt, bekomme ich alles ab. Sie behandelt mich nicht wie ein Kind, sondern eher wie einen Partner oder ihren Diener und darauf habe ich keine Lust mehr. Alle Aufgaben, wo sie kein bock drauf hat, werden auf mich geschoben. Mache ich es nicht, weil ich auch mein eigenes Leben habe mittlerweile, wird gesagt ich würde mich nicht für sie interessieren, ihr dürfte es nicht mal schlecht gehen da sie alles alleine machen muss und sowas (psychischer Terror). (Nur am Rande: klar helfe ich im Haushalt mit, leben schließlich zusammen, da hat jeder mitzuhelfen).

Ich mache viel, nur die Motivation noch etwas für meine Mutter zu tun, ist gleich null, weil etwas in mir drin einfach sagt "sie hat dich damals auch im Stich gelassen." Ich habe immer alles bekommen, außer richtige Liebe.

Momentan passiert bei mir innerlich sehr viel. Ich möchte aus der Schule raus, mein eigenes Leben aufbauen und ich lerne gerade jemanden kennen, der mich sehr glücklich macht und ich das erste mal bedingungslose Liebe spüre. Aber durch meine Mutter, die mich für sich beansprucht, funktioniert das alles schwer.

Ich fühle mich schlecht, als wenn ich sie hängen lasse, sie ist schließlich meine Mutter und hat niemanden, außer mich. Aber andererseits merke ich, an Tagen wo ich nicht daheim bin, fühle ich mich frei, nicht eingeengt und habe keine Angst auch mal fehler zu machen...Aber es ist so schwer, es tut weh, aber andererseits tut es doch so gut.

Ist mein Verhalten berechtigt, wenn ich versuche, mich immer mehr von meiner Mutter zu "trennen" und sie auf den Boden der Tatsachen bringe und zeige, dass ich ihr Kind und nicht ihr Diener, Partner oder sonstiges bin? Sie sagt zwar, sie sieht dass ich nicht ihr Eigentum bin, aber dennoch behandelt sie mich wie ihr Eigentum.

Ich hoffe, dass kommt nicht allzu Asozial rüber und ihr versteht, was ich meine.

Wünsche euch einen schönen Tag ✌️.

Posted Oct 3, 2025, 9:53 AM UTC

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