Übelkeit und Trauma (TW Schwangerschafts*bruch)
Ich wollte in /schwanger posten, aber da wird der Beitrag sofort durch Filter gesperrt!? Weiss jemand warum?
Jetzt zum eigentlichen Thema:
Morgen beginnt die 10. SSW und die Schwangerschaftsübelkeit trifft mich seit SSW 6 ziemlich stark. Festgestellt wurde die Schwangerschaft bei 4+1 . Ich nehme aktuell Cariban 1-1-2 und trotzdem ist mir den ganzen Tag schlecht. Ich musste mich bisher zum Glück nur einmal übergeben – aber diese permanente Übelkeit, der Druck im Hals, das Gefühl jederzeit losrennen zu müssen… das zermürbt. Dazu kommt, dass aktuell einfach alles stinkt. Wirklich alles. Ich weiß auch oft nicht, was ich essen soll, weil mir so viel plötzlich nicht mehr schmeckt.
Und damit kommt auch etwas hoch, womit ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe.
Triggerwarnung: Schwangerschafts*bbruch 2012 / Trauma
2012, ich war damals 20 Jahre alt. Drei Monate vorher war meine Mutter plötzlich und unerwartet nach einer Routine-Op verstorben. Ich war komplett am Boden, in psychiatrischer Behandlung in einer Klinik gewesen danach und auf mehreren Psychopharmaka eingestellt. Diese Medikamente haben wohl die Wirkung der Pille aufgehoben – und so kam es zu einer Schwangerschaft, mit der ich damals weder emotional, körperlich noch psychisch umgehen konnte.
Es war nicht geplant. Ich war nicht stabil. Ich war nicht in der Lage, mich um ein Kind zu kümmern. Ich gebe dazu keine Debatte frei. Es war die richtige Entscheidung für die Situation und die Person, die ich damals war, mich gegen diese Schwangerschaft zu entscheiden.
Diese Schwangerschaft wurde bei mir erst in SSW 9 festgestellt, weil ich die latente Übelkeit in den Wochen davor auf meine damalige Verfassung und den vielen Alkohol den ich täglich trank zurückführte.
Kurz danach in SSW 10 begann aber die extreme Übelkeit: 10–20 Mal am Tag Erbrechen. Ich konnte nicht stehen, nicht sprechen, nicht atmen, ohne dass mein Körper würgte. Ich weiß noch, wie ich im Krankenhaus für den Eingriff saß, lange warten musste und irgendwann sagte: „Bitte bringen Sie mich endliche in den OP, ich halte dieses K*tzen nicht mehr aus.“ ich wollte nur noch das alles vorbei ist.
Diese Erinnerung ist nicht rational – aber sie ist körperlich abgespeichert.
Und jetzt, wo ich wieder schwanger bin, 13 Jahre später - gewollt, geliebt, geplant, merke ich trotzdem wie ich Angst bekomme, je näher ich an SSW 10 komme.
Nicht Angst vor dem Baby. Nicht Angst vor der Zukunft. Angst vor meinem eigenen Körpergefühl, das es ab SSW10 wieder so schlimm "los geht" mit dem Erbrechen.
Mein Mann erinnert mich immer wieder daran, dass alles diesmal anders ist: Ich bin psychisch stabil. Ich bin körperlich gesund. Ich bin nicht allein.
Und auch wenn ich ihm glaube, ist da trotzdem diese tiefe Erinnerung in meinem Körper und sie macht etwas mit mir. Ich denke häufig "Einmal und nie wieder mache ich das durch" wegen der Übelkeit. Und dann fühle ich mich schlecht so zu denken. Als wäre dieser Gedanke die abgeschwächte Form von dem Satz damals vor dem Eingriff zum Abbruch.
Gibt es hier Frauen die durch die vorherige Schwangerschaft auch so ein Art Trauma erlitten haben durch die Übelkeit? Und wie seit ihr damit umgegangen?
Meine Schwester hatte vor 9 Jahren in ihrer ersten Schwangerschaft bzw auch so schlimme hyperemesis gravidarum und hat desswegen danach ihre Kinderplanung abgeschlossen. Für sie war direkt klar "1 mal und nie wieder !" Sie hat seit dem eine Emetophobie die trotz Therapie seit 9 Jahren ihren kompletten Alltag einschränkt. Ansonsten habe ich in Umfeld niemanden, der so schlimme Übelkeit hatte. Entweder hatten die Mädels alle überhaupt keine Übelkeit oder nur leicht bis zur 12. oder 16. Ssw.
Posted Nov 7, 2025, 11:03 PM UTC