Zweiter Versuch: Fantasy-Roman - Prolog: Besuch

Kritik erwünscht

Hallo liebe Community,

ich schon wieder. Ich habe die ganzen Kommentare vom letzten Mal sacken lassen und versucht so viel, wie es mir richtig erschien, umzusetzen. Ich hoffe, dass die Worte gewählter sind, weniger kryptisch und der Bezug zum Charakter mehr vorhanden ist. Ich weiß, dass ihr mir schon beim letzten Mal viel Feedback gegeben habt, aber vielleicht seid ihr weiterhin hilfsbereit. Hier nach werde ich euch gewiss nicht mehr mit dieser Passage behelligen.
Zur Erinnerung, was mir wichtig wäre: Kann Spannung aufgebaut werden? Versteht man wo man sich befindet? Regt es genügend an oder steigt ihr nach drei Absätzen aus? Natürlich könnt ihr auch ein paar Worte über den Schreibstil verlieren.

526 Worte, Fantasy-Roman, der Anfang des Prologs:

Dunkelheit legt sich über die Schrift. 

Verdutzt ruckt Orelio den Kopf zurück. Das nun unleserliche Buch schließt er, kriecht zögerlich unter seiner Decke hervor und starrt mit gerunzelter Stirn in die Dunkelheit hinein. 

Sie starrt mit eisiger Stille zurück, was ihm eine Gänsehaut über den Körper jagt. 

Als Antwort hebt er die Hand und schnipst. Nicht nur der klare Ton drängt die Schwärze zurück, sondern auch die fliegenden Funken, welche die drei Kerzen entfachen.

Sanfte Röte füllt erneut sein Schlafzimmer. Dennoch ist es nicht wie zuvor. 

Weiter setzt er sich auf. Die Decke rutscht ihm vom Oberkörper, konfrontiert ihn somit augenblicklich mit der Kälte. Zitternd versucht er sie abzuschütteln und sich zurück in seine Decke zu murmeln. 

Doch das Gefühl bleibt. Etwas stimmt nicht. Obwohl es kalt ist, bringt kein Windzug seine braunen Strähnen zum Tänzeln noch flackern die kleinen Flammen. 

Dazu diese Stille. Er wohnt zwar allein, doch irgendwelche Geräusche gibt es immer. Nun ist sein bis zum Hals schlagendes Herz das einzige Geräusch. 

Orelio legt seine kalte Hand auf die Brust. Alles ist gut. Er wird wie die vielen Male zuvor nur überreagieren. Wie oft schreckt er in der Nacht hoch? Wie oft bildet er sich irgendwelche Schatten im Wald ein? Wie oft sticht ihm ein komischer Blick im Nacken? Er versteckt sich immer gut, gibt sich als Fae und trägt seine Maske. Wer soll schon wissen, dass er hier ist?

„Niemand“, murmelt er vor sich her. Er braucht nur einen beruhigenden Schluck seines Tees und dann kann er friedlich einschlafen. All die unguten Gefühle hinter sich lassen und morgen aufwachen, genau wie jeden anderen Tag. 

Gerade will er die Tasse zu sich heranwinken, da bildet sich vor seinem Mund ein kleines Wölkchen. Mitten in der Bewegung verharrt er. 

Ein Krachen und Knacken reißt ihn aus seiner Starre und lässt ihn sich zum Fenster wenden. Knisternd bildet sich Raureif am hölzernen Rahmen und Eisblumen ranken sich über die Scheibe. 

Nein. Alles in ihm zieht sich zusammen, als sich der Nagel der Erkenntnis in seinen Schädel bohrt. Das können nur…

Wieder erlöschen die Kerzen und gleichsam hält er den Atem an. Die Schwärze der Nacht füllt jeder Ecke des Raumes, packt ihn mit ihren eisigen Klauen und zieht ihn hinab. Tiefer in all seine Befürchtungen, tiefer in seine schlimmsten Alpträume, tiefer in die Gewissheit.

Die Türklinke wird knarzend nach unten gedrückt.

Nein! Orelio entzieht sich dem Griff, springt weg von der Quelle seiner Angst. Überstürzt und ohne Orientierung reißt er alles mit sich. Keine Zeit für Umsicht. Jeden Moment muss er nutzen, um wegzukommen. 

Schellend zerspringt seine Tasse neben ihm, jagt ihre Scherben durch den Raum. In ihnen windet er sich, versucht auf die Beine zu kommen, da schwenkt die Tür auf.

Die Präsenz seines Gastes rauscht wie eine Lawine über ihn, drückt ihn nieder. All seine Gliedmaßen scheinen zu gefrieren und auf allen Vieren kauert er da. Unfähig auch nur einen Muskel zucken zu lassen. 

Lass das ein Alptraum sein. 

Die Scherben knirschen unter den Sohlen des Fremden, als dieser durchs Zimmer schlendert. Als hätte er alle Zeit der Welt. Seine Stimme rau, wie die Dielen unter Orelios Händen: „Ihr habt Euch gut versteckt.“

Posted Nov 10, 2025, 12:18 PM UTC

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