Unfähige Kieferchirurgin
Ich hab mir letzte Woche Montag die Weisheitszähne im Unterkiefer entfernen lassen und beide hatten eine recht komplizierte Lage. Der eine ging schnell raus. Innerhalb von 15min gab er auf. Der andere hingehen dauerte geschlagene 40min. Warum es allerdings so lange gedauert hat, sollte ich erst nach der zweiten Vorstellung beim Zahnarzt mit akuten Schmerzen und einer Wundheilungsstörung erfahren. Nach der OP wurde mir zuerst zuwenig Schmerzmittel verordnet, die hielten dann bis Tag 3. Das Böse (wortwörtlich) Erwachen hatte ich dann um 1:50 Uhr. Es fühlte sich an, als wenn mir jemand Nägel in den Kiefer bohrt. Also am nächsten Morgen ab zum Zahnarzt. Die Zahnärztin war sehr nett, bestätigte mir nochmal, dass die Wunden + Nähte gut aussehen, es erstmal keinen Grund zur Beunruhigung gibt und schrieb mir dann nochmal Schmerzmittel auf. Ich fühlte mich maximal gut aufgehoben - anders als bei der Chirurgin. Diesen Montag dann zum Fädenziehen gewesen, wieder bei der Dame, welche mir die Zähne gezogen hatte. Es gab nicht mal einen "hallo" oder "guten Morgen" trotzdem ich sie zwei mal gegrüßt hatte. Nach 3min war die Aktion durch und wurde plump aus dem Raum geschoben, trotzdem ich fast umgekippt wäre, weil mein Kreislauf kurz im Keller war. Am darauffolgenden Tag hatte ich ordentlich Nervenschmerzen, die bis in den rechten Arm ausstralten. Nach einer Ibu ging es dann und hab mir keine großen Gedanken gemacht, weil eine Nervenreizung auf der Seite tatsächlich fast vorprogrammiert war. Da ich aber immer Schlapper wurde und trotz 9h Schlaf komplett im Eimer war, bin ich dann gestern nochmal zum Zahnarzt. Der hat sich erstmal die Akte durchgelesen und hat mir dann gesagt, dass ich ein paar Zysten unter einem Zahn hatte, weswegen auch die Wunde entsprechend größer wurde als die andere. Dann kam die Frage, die mir so endgültig den Rest gegeben hat: "Wurden Ihnen Antibiotika verschrieben?" Ich: "Nein, nur Schmerzmittel." Er: "Das ist sehr interessant, weil bei dieser Indikation eine Antibiotikagabe notwendig ist. Ich schreibe Ihnen jetzt welche auf und wenn die leer sind, kommen Sie bitte nochmal zur Kontrolle vorbei." Er hat dann noch die Wunden kontrolliert und die große war natürlich entzündet, weshalb ich auch permanent Nervenschmerzen hatte. (Das hätte auch schon beim Fädenziehen auffallen müssen.)
Heute also den zweiten Tag auf Antibiotika und ich habe fast keine Probleme mehr. Kein Stechen, Ziehen oder Drücken im Kiefer und auch keinen ausstrahlenden Schmerz in den Arm.
- Wer hätte gedacht, dass eine abnehmende Entzündung was gutes ist und wenn es erst zu gar keiner gekommen wäre, ich schon wieder voll im Leben stehen würde 🤯
Es kotzt mich einfach an. Da sucht man sich erfahrene Profis, schenkt denen sein Vertrauen und wird schlussendlich mit einem leicht zu vermeidenden Behandlungsfehler belohnt. Ich sitz jetzt noch eine Woche länger rum, kann nicht zum Sport und baue körperlich richtig krass ab. Danke dafür 👏
Wer das bis zum Ende gelesen hat: Du darfst dir jetzt einen Keks nehmen 🍪
Posted Nov 14, 2025, 6:53 PM UTC