Anwaltsstation in Großkanzlei - Tipps / Umgang mit Hemmungen
Moin,
ich absolviere momentan mein Ref in Oldenburg und sollte mich mittlerweile mal um die Anwaltsstation kümmern.
Überraschenderweise habe ich ein - finde ich - ganz gutes erstes Examen geschrieben (staatlich 10,3; insg. 11,2). Nun ist es so, dass ich eigentlich ganz gern mal die Erfahrung machen möchte, wie es ist, in einer größeren Kanzlei zu arbeiten.
Bisher habe ich in dieser Beziehung und auch in Bezug auf die Arbeitswelt insgesamt noch keine großartigen Erfahrungen sammeln können. Zudem habe ich meinen Schwerpunkt im Bereich des Völkerrechts gemacht (hat mich interessiert, ist aber nichts, was ich beruflich verfolgen möchte).
In Bezug auf die von Großkanzleien beackerten Rechtsgebiete würde mich wohl IP- und IT-Recht reizen. Allerdings bin ich mir relativ unsicher, ob ich den Schritt wagen sollte, mich einfach in größeren Kanzleien in Düsseldorf oder Frankfurt zu bewerben.
Bisher bin ich immer den Weg des geringsten Widerstands gegangen. In der Nähe der Familie studiert, Praktika in der Kleinstadtumgebung etc. Ich frage mich, ob ich eventuell schon deswegen bei etwaigen Großkanzleien raus bin oder ob trotzdem noch Chancen bestehen.
Der Markt ist ja auch nicht besonders gut. Darüber hinaus muss ich sagen, dass ich aus einer Arbeiterfamilie komme und (vielleicht gerade deswegen) ziemliche Hemmungen gegenüber der Großkanzleikultur-, bzw. den dort arbeitenden Menschen habe (ich weiß, dass das nur in meinem Kopf ist, schließlich hatte ich bisher ja noch gar keinen Kontakt zu solchen Menschen).
Wie würdet ihr das einschätzen? Und vllt. an die, die schon ihre Anwalts- oder Wahlstation in einer Großkanzlei absolviert haben: Wie waren Eure Erfahrungen und was sind eure Tipps in Bezug auf den ganzen Prozess und könnt ihr das weiterempfehlen?
Posted Dec 2, 2025, 5:58 PM UTC