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Ich (w27) leide seit einigen Jahren an einer Essstörung (Anorexia Nervosa). Dementsprechend kann ich mit Geschenken wie Kleidung und Essen auch nicht gerade viel anfangen, im schlimmsten Fall triggert es den Mechanismus den diese Krankheit mit sich bringt.

Meine Familie weiß dass ich Magersucht habe und sie versuchen Rücksicht zu nehmen, fragen viel, generell dreht sich leider viel um die Essstörung wenn ich im Raum bin. Wenn es nach mir gehen würde, dann wüsste keiner etwas davon.

Nun zur eigentlichen Thematik: Meine Mama neigt dazu die fürchterlichsten Geschenke zu machen, sie macht sie zwar von Herzen aber dann auch wieder nicht genug um sich wirklich Gedanken zu machen. Letztes Jahr zu Heiligabend gab es zum Beispiel einen dicken Pyjama, da ich durch die Krankheit immer doll friere. Aber das Design war einfach wie für ein Kleinkind (mit Schlafhose aus Teddystoff and angestickten Bären auf dem Oberteil). Niemals hätte ich mir sowas gekauft, es sah fürchterlich aus. Dann beim anprobieren das nächste Problem: es hatte noch die selbe Größe wie vor meiner Essstörung und war somit drei Nummern zu groß. Ich habe das als Anreiz genommen, weiter abzunehmen weil ich gedacht habe, dass wenn sie mir einen Pyjama in der Größe schenkt, ich auch noch genauso fett wirken muss wie vor der Essstörung. Davor das Jahr gab es bunte Ohrringe - ich trage ausschließlich silbernen Schmuck, dabei zwar dann auch gerne mal auffälligen aber niemals bunten. Auch da habe ich mich wieder sehr unverstanden gefühlt.

Als sie mich für dieses Jahr Weihnachten gefragt hat was ich mir wünsche, habe ich gesagt dass ich mir Zeit mit allen wünsche (was auch stimmt). Sonst nichts. Einfach beisammen sein. Zwei Wochen später, hat sie mir gesagt, dass sie mir eigentlich eine Kleinigkeit schenken wollte, aber sauer auf meine Schwester ist, die ihr das ausgeredet hat. Meine Schwester kennt mich sehr gut, wenn sie ihr das also ausgeredet hat dann mit gutem Grund. Sie sagte mir sie wollte mir einen oversized Poncho von einem Disney-Film schenken, mit Stickereien drauf. Ich habe ihr daraufhin gesagt dass ich froh bin, dass meine Schwester ihr das ausgeredet hat. Weder ist das eine gute Idee (da ich gerade auch erst einen Monat in der Recovery bin) noch trifft das ansatzweise meinen Stil. Ich habe das in einem sehr ruhigen Ton gesagt, ohne böse Absicht. Ich bin zusammengezuckt als sie auf meine Aussage hin laut wurde und meinte ich soll gefälligst nicht so zickig darauf reagieren, dann schenkt sie mir nie wieder was. Außerdem sagte sie ich sei undankbar? Ich hab gar nicht verstanden wo diese impulsiv-Reaktion herkam? Ich dachte wir führen eine stinknormale Unterhaltung.

Es ist klar, dass ich irgendeinen Nerv getroffen habe und ich fühle mich seitdem irgendwie schlecht. Aber muss ich das überhaupt? Bin ich hier das arschloch?

EDIT: Ja, es gibt eine Wunschliste, die wir jedes Jahr mit der Familie teilen falls wer etwas zum auspacken schenken möchte. Sie weigert sich schlicht darauf einzugehen. Und nein, meine Magersucht ist keine Ausrede, sondern auch ein Grund. Der Schmuck zb passte auch nicht zu mir und hat nichts mit der Krankheit zutun. Es fühlt sich einfach an als würde sie mich überhaupt nicht kennen oder sehen.

Posted Dec 11, 2025, 9:46 AM UTC

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