Kratzer beim Probefahren verursacht - Händler droht mit rechtlichen Schritten

Technische Frage

Hallo zusammen,

ich brauche bitte Rat zu einem Vorfall, der vor zwei Monaten passiert ist:

Ich war bei einem kleinen, privaten Autohändler (kein Markenhändler), um einen 2019er Skoda Octavia (Preis 13.500 €) anzuschauen und eine Probefahrt zu machen. Ganz wichtig vorab: Bevor die Probefahrt begann, wurde mein Führerschein nicht geprüft, ich wurde über die Haftung für das Auto oder sonstige Bedingungen überhaupt nicht informiert, und ich habe auch nichts unterschrieben. Ich bekam einfach den Schlüssel in die Hand und konnte losfahren.

Ich habe das Auto gestartet und versucht, es aus dem Tor des Autohauses zu manövrieren. Es war ziemlich dunkel und regnerisch, und die Position der anderen geparkten Autos und das Tor waren ziemlich eng. Ich möchte keine Ausreden machen, aber leider habe ich dabei einen Kratzer an der hinteren Seite des Autos verursacht, genau über dem rechten Hinterrad. Der Kratzer war etwa 8-10 cm lang (Siehe Foto).

Der Händler sagte mir, dass das kein Problem sei, und bat mich, die Probefahrt wie geplant fortzusetzen. Ich bin etwa 10 Minuten gefahren und dann zum Händler zurückgekehrt. Ich habe ihm gesagt, dass ich ein paar Tage Zeit brauche, um darüber nachzudenken, ob ich das Auto kaufen möchte.

Ein paar Tage später habe ich ihm mitgeteilt, dass ich das Auto nicht kaufen möchte. Er sagte, er werde ein Gutachten für den Kratzer erstellen und dass ich für die Reparaturkosten verantwortlich sein würde. Ich habe ihm gesagt, dass ich kein aufwendiges Gutachten machen lassen möchte, da es sich nur um einen kleinen Lackkratzer handelt.

Eine Woche später hatte er einen KÜS-Gutachten erstellt und mir einen Kostenvoranschlag über 4100 € geschickt. Dieser Kostenvoranschlag beinhaltet den Austausch des gesamten Seitenteils sowie die anfallenden Arbeitskosten. Er sagte, dass er das Fahrzeug inzwischen verkauft hatte und bot mir an, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Das würde bedeuten, dass ich für den Kratzer etwa 2050 € zahlen müsste. Ich sagte, dass ein solcher Teileaustausch für einen oberflächlichen Kratzer völlig übertrieben sei und lehnte den Kostenvoranschlag ab.

Er hatte den Schaden repariert und eine Rechnung über die angebliche Reparatur in Höhe von 4100 Euro vorgelegt. Als letztes Angebot sagte er, dass ich die Hälfte des Betrags bezahlen müsse, sonst würde er rechtliche Schritte einleiten und den gesamten Betrag von mir verlangen. Ich habe mich privat bei einigen Autowerkstätten in der Nähe nach dem Kratzer erkundigt und ihnen das Foto des Schadens gezeigt. Dort wurde mir gesagt, dass eine einfache Seitenteillackierung dafür völlig ausreichend sei und die Kosten dafür etwa zwischen 700 und 1500 Euro liegen würden.

Ich habe keine Kfz-Versicherung und möchte diese Angelegenheit nicht in einem langwierigen Rechtsstreit klären. Gleichzeitig halte ich es für völlig unrealistisch, 2050€ für diesen Kratzer bezahlen zu müssen, vor allem, da ich vorher nicht über die Haftung informiert wurde. Er hat eine überflüssige, Versicherung-konforme Reparatur durchgeführt und zwingt mich nun, die Hälfte der Kosten zu übernehmen.

Meine Fragen sind: Muss ich tatsächlich für den Kratzer so viel bezahlen, obwohl keine Haftung vereinbart wurde? Ist der Kostenvoranschlag bzw. die Rechnung realistisch oder stark übertrieben? Gibt es eine Möglichkeit, die Angelegenheit ohne Anwalt oder Gericht zu klären? Was sind meine nächsten Schritte und wie kann ich vorgehen?

Ich habe ein Foto des Schadens zu diesem Beitrag gepostet. Ich bitte um euren Rat. Vielen Dank im Voraus!

Posted Jan 31, 2026, 1:26 PM UTC

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