Zensur von Obszönitäten
Deutschland ist ja international bekannt für die freie Meinungsäußerung und liberale öffentliche / private Medien wo es okay ist, dass mal kleinere Obszönitäten wie „Scheiße“ im Radio unzensiert gesagt werden dürfen oder ein Arsch und eine nackte weibliche Brust mit Nippeln im Fernsehen sichtbar sind.
Trotzdem passiert es häufig (und gefühlt auch immer mehr und penibler), dass überall alles mögliche zensiert wird, sei es ein „fuck“ in einem Radiolied, ein Mittelfinger in den Nachrichten oder auf Social Media ist es ganz krass, dort werden auch im deutschsprachigen Raum selbst neutrale Begriffe wie „schwul“ und „Sex“ oder „Tod“ und „Blut“ zensiert bzw. für automatische Programme schwerer erkennbar umgeschrieben wie zb „H0m05exue11“ o.ä.
Richtig verwunderlich finde ich es wenn dann Privatpersonen anfangen sich selbst grundlos zu zensieren, zB in Nachrichten auf WhatsApp jemand als „Idi*t“ zu beleidigen oder statt Cannabis „w€€d“ zu schrieben, selbst in Realität hab ich schon mitbekommen, dass Leute sich gescheut haben auch nur als Zitat ein Schimpfwort auszusprechen , zB „beim CSD hat wer das S-Wort gerufen“ (was jetzt? Scheiße? Schwuchtel? Schwanzlutscher? Spast? Spielverderber? …) Was befürchten diese Menschen, dass sie „gecancelt“ oder wegen Hassrede verklagt werden?
Wie ist denn die deutsche Gesetzeslage dazu, gibt es ein Gesetz was festlegt wann welche Obszönitäten geduldet werden? Und was bringt eine Zensur wenn trotzdem eindeutig ist was gemeint ist?
Beleidigt fühlen kann sich theoretisch jeder zu jederzeit durch absolut alles, aber genauso kann jeder zu jederzeit absolut alle Worte verwenden und Aussprechen bzw -schreiben ohne Konsequenzen zu befürchten insofern es nicht als Beleidigung verwendet wird.
Posted Feb 19, 2026, 3:17 PM UTC