Wie Wirtschaftskrise überbrücken?

Austausch/Diskussion

ich habe jetzt in nem großen Konzern fast ein Jahr Berufserfahrung gesammelt nach meinem Masterabschluss. Aber anstatt einer Berufseinsteigetselle für Hochschulabsolventen hat man 50 Masterabsolventen auf Stellen eingestellt die eher Azubi erstes Lehrjahr im Schichtbetrieb hatten. Die Stelle ist uncool, aber habe ich erstmal zähneknirschend genommen, weil ich 12 Monate gesucht habe. Hab das jetzt nen Jahr über mich ergehen lassen, aber die Schichtarbeit macht mich krank und das Gehalt lohnt sich auch nicht wirklich. Ich bekomme durch den Schichtdienst 200 €netto mehr raus als Bürgergeld.

Ich habe in den letzten Monaten massiv bewerbungen geschrieben weil das Arbeitsklima extrem toxisch ist, die versprochenen Entwicklungsperspektiven nicht gegeben sind und das Unternehmen jetzt auf kosten der eingestellten Masterabsolventen im Schichtdienst die Produktion verdoppeln will. Also werden wir maximal belastet und das Risiko für Burnout steigt.

Ich überlege momentan, wie lange ich da noch den Bückerich spielen soll. 12 Monate Erfahrung in nem großen Konzern hab ich noch als Sprungbrettstelle und aufpolieren des CVs gesehen, die man in späteren Bewerbungsgesprächen schön labbern und was sich als Berufseinsteiger lohnen kann, wenn man keine Berufserfahrung vorweisen kann. Aber solangsam überlege ich, ob sich das Kosten-Nutzen-Risikoabwägung lohnt. Ich habe mal eine pro-kontra Liste die für den Job und gegen den Job sprechen gemacht:

pro:

+ steigende Anzahl an Monaten an Berufserfahrung auf dem Papier für den CV

+ etwas mehr Geld als ALG1

+ bessere Chancen einen neuen Job zu finden wenn man sich aus einer Stelle heraus bewirbt

+Vielleicht Chancen auf einen internen Stellenwechsel? obwohl schwierig bei 50 Masterabsolventen... konkurrenz?

kontra:

-körperliche/psychische Belastung des Schichtdienstes die monatlich zunehmen

- unklare langfristige gesundheitliche Schädigung

- Arbeit in einem Job für den ich extrem Überqualifiziert bin. Werde irgendwann vielleicht nicht mehr als Ingeneur gesehen, sondern nurnoch als Elektriker? -> Verlust von Qualifikation und Investition in Studium

- ALG I wäre eigentlich ausreichend um meinen Lebenskosten zu decken

- mehr Zeit für Bewerbungen auf geeignete Stellen die meiner Qualifikation entsprechen

- mehr Zeit für Weiterbildungen über Bildungsgutschein (obwohl ich vor antritt der Stelle schon vier Monate Weiterbildungen gemacht habe) um mich von anderen Bewerbern abzuheben

Ich könnte mir halt vorstellen die Stelle noch 6 Monate durchzuhalten wenn ich klar wüsste das es eine klare Exit strategie gibt, aber keiner weiß wie lange die Wirtschaftskrise noch anhält oder wann man einen neuen Job findet. Ich will mich halt auch nicht mit mitte 20 kaputt machen nur um auf biegen und brechen einen Job zu haben, der mich vielleicht sogar langfristig für Akademikerstellen disqualifiziert.

Gibt es irgendwelche Strategien wie man am besten in Wirtschaftlichen Krisen vorgeht, wie man Leerlaufzeiten sinnvoll überbrückt um sich langfristig gut zu platzieren um nach der Krise möglichst besser dazustehen und nen Job zu finden?

ich schwanke momentan zwischen:

-den Job durchhalten

- Weiterbildung machen -> irgendetwas mit KI?

- Studium BWL als Überbrückung um nach der Krise Schnittstellentätigkeiten (man sagte mir das die Kombi mit BWL nie verkehrt ist) z.B. Masterstudium Fernuni Hagen bietet einen WiWi Master speziell für Leute mit Ingeneurbachelor an.

Wie würdet ihr die Situation einschätzen vom Kosten Nutzen-Faktor? Gibt es vielleicht ein paar HRler hier die das ganze etwas beleuchten können?

Posted Feb 25, 2026, 8:59 PM UTC

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