Verzweiflung Studiendauer
Hallo Leute,
ich bin echt verzweifelt und suche nach etwas Perspektive und Einschätzungen (Achtung: längerer Text).
Ich bin jetzt mit dem 10. Semester fertig und weiß nicht mehr weiter. Seit dem 8. Semester musste ich krankheitsbedingt drei Semester pausieren, was mich in ein tiefes Loch hineingerissen hat. Nachdem ich operiert wurde, wollte ich wieder vermehrt einsteigen, jedoch hat die Regeneration deutlich länger gedauert als gedacht und die mit dem Zustand einhergehenden Depressionen haben das Ganze nur verschlimmert.
Zu Beginn des Studiums waren meine Noten überall zu finden, von 2 Punkten-zweistellig war alles dabei. Ich habe zugegeben auch wenig Aufwand betrieben und wusste nicht so richtig, wie das alles funktioniert. Bezugspersonen hatte ich keine, als erster in meiner Familie mit Abitur geschweige denn einem Gang zur Uni und aufgrund der Pandemie. Im Hauptstudium waren meine Noten dann sehr durchschnittlich, aber ich hatte tatsächlich Spaß. Klausuren 4-8 und Hausarbeiten mit jeweils 5,8,8 Punkten. Ich habe sicher mit recht wenig Aufwand bestanden, mehr aber auch nicht.
Nach dem neunten Semester habe ich dann all den Rest bestanden, den man von zuhause machen konnte (Prüfungen vor Ort unter Schmerzmitteln). Den Schwerpunkt, den ich vor meiner Krankheit angefangen hatte, habe ich nicht mehr fortgeführt, da ich keine Vorlesungen besuchen konnte. Dadurch würde der integrierte Bachelor genauso lange dauern, wie das Examen. Das steht also alles noch vor mir, genauso wie die praktische Studienzeit, die ich immer aufgeschoben und dann aus denselben Gründen nicht mehr leisten konnte.
Nun komme ich in das elfte Semester, fast alle Freunde aus dem Studium sind fertig, das ganze Studium fand jetzt über Jahre nur noch in meinem Kopf statt und ich werde voraussichtlich noch drei weitere Semester benötigen. Ich bin einfach nur verzweifelt mit dem Blick auf die Vorbereitung, die Lücken, das ganze Vergessene. Mein Alter. Die Last, die ich finanziell für meine Familie bin und der Brainfog der seit der Krankheit meinen Schädel dominiert.
Gibt es hier irgendwen mit ähnlichen Erfahrungen? Ich habe mich früher nie verrückt gemacht. Nun sehe ich mich nicht einmal mehr das zweite Examen versuchen. Den Drang, einfach alles hinzuschmeißen und wegzurennen ist so groß wie nie zuvor. Ist es überhaupt noch realistisch, das erste Examen zu schaffen? Geld für ein kommerzielles Rep habe weder ich noch meine Familie. Eigentlich mag ich Jura, das Format macht mich allerdings nur fertig.
Posted Feb 26, 2026, 1:56 PM UTC