Vier Szenarien für den Irankrieg

Marktausblick

Wie viel Krieg ist eingepreist?

Vier Wochen lang haben die Börsen einen zeitlich begrenzten Konflikt im Mittleren Osten eingepreist. Mit dem Kriegseintritt der Huthi-Milizen am Wochenende und der wachsenden Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von US-Bodentruppen müssen sich die Anleger zunehmend mit einem zeitlich ausgedehnten Krieg auseinandersetzen. Hier sind vier Szenarien für den Irankrieg und wie es von jetzt an weitergehen könnte.

Vier Szenarien für den Krieg

Die Aktienbörsen haben ein Szenario einer milden Wachstumsabschwächung durch einen Brentölpreis um 100 Dollar wohl bereits eingepreist. Was der Markt bislang nicht berücksichtigt hat, ist eine spürbare Abwärtsrevision der Wachstums- und Inflationsschätzungen – so wie zuletzt am „Liberation Day“. Dieses Risiko würde sich öffnen, wenn der Ölpreis nachhaltig über 120 Dollar steigt. In solchen Phasen kam es historisch häufig zu Rücksetzern von 15 bis 20 Prozent.

Brent-Preise um 120 Dollar

Ein anhaltender Störfall in der Straße von Hormus mit Brent-Notierungen um 120 Dollar würde für sich genommen noch keine Rezession auslösen. Bleibt der Ölpreis jedoch über mehrere Monate in einer Spanne zwischen 100 und 120 Dollar und wird dies zugleich von fiskalischen Entlastungsmaßnahmen für Verbraucher begleitet, verschiebt sich das Risiko in Richtung eines stagflationären Umfelds. Höhere Inflation könnte die Notenbanken am Ende zu Zinserhöhungen zwingen. Dieses Szenario würde an das Jahr 2022 erinnern – mit entsprechendem Gegenwind für die Aktienmärkte.

Brent-Preise über 150 Dollar

Anders stellt sich die Lage bei einem abrupten und starken Preissprung dar. Steigt der Ölpreis deutlich über 150 Dollar, rückt eine Rezession in den Bereich des Wahrscheinlichen. Zinserhöhungen wären dann kaum noch ein Thema; vielmehr würde eine Nachfrageschwäche den Ölpreis selbst wieder unter Druck bringen. Für die Märkte ist damit nicht nur das Niveau entscheidend, sondern vor allem die Dauer eines solchen Preisschocks.

Schnelle Deeskalation

Kommt es dagegen zu einer raschen Deeskalation und zu einer Wiederaufnahme der Öltransporte durch die Straße von Hormus, dürfte die erste Marktreaktion positiv ausfallen. Die Anleger sind so schwach investiert, dass die Kurse zügig in Richtung der vorherigen Hochs laufen könnten. Anschließend richtet sich der Blick darauf, wie schnell sich die Lieferströme normalisieren. Kurzfristige Belastungen für Konjunktur und Unternehmensgewinne wären zwar sichtbar, doch die Aktienmärkte neigen dazu, über ein solches Tal hinwegzusehen – ähnlich wie während der Pandemie.

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Posted Mar 30, 2026, 6:10 AM UTC

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