Nachbar verbreitet falsche Behauptungen über uns bei der Hausverwaltung

Ich hätte gern mal eine neutrale Einschätzung von außen, weil mich die Situation inzwischen sehr belastet und ich nicht weiß, ob ich vielleicht überreagiere oder ob das wirklich schon eine Grenze überschritten hat.

Wir wohnen seit etwa 5 Jahren in einem kleinen Mehrparteienhaus und hatten eigentlich nie Probleme mit irgendwem. Wir pflegen ein distanziert-freundliches Verhältnis im Haus. Vor einiger Zeit hat jedoch ein Nachbar eine ziemlich lange Beschwerdemail über uns an die Hausverwaltung geschrieben, die uns dann weitergeleitet wurde. Das ist ohne konkreten Anlass passiert und hat uns echt kalt erwischt.

In dieser Mail stehen mehrere Dinge, die einfach nicht stimmen (können) bzw. stark übertrieben sind. Unter anderem behauptet er, wir würden regelmäßig sein Auto auf den zum Haus gehörenden Parkplätzen (angeblich absichtlich) beschädigen und ihn zuparken (wir haben kein Auto). Er behauptet er habe Beweisvideos, wobei es die schlichtweg nicht geben kann. Außerdem schreibt er Dinge über unser angeblich so rücksichtsloses Verhalten im Haus (z. B. dass wir stinkenden Müll und dreckige Schuhe im Hausflur stehen lassen würden), die schlicht nicht stimmen. Zudem beleidigt er mich und meinen Mann als „schwierig im Umgang“ und dass „mit uns kein Gespräch möglich sei“. Er hat nie das Gespräch mit uns gesucht und ignoriert uns in der Regel im Flur/auf der Straße.

Für den Kontext ist vielleicht wichtig, dass wir vor etwa einem Jahr, also viele Monate vor der Beschwerdemail, tatsächlich versehentlich sein Auto beschädigt haben. Beim Ausladen von Gepäck aus unserem Mietwagen, den wir über das Wochenende hatten, ist ein Hartschalenkoffer umgefallen und sein Auto geknallt und hat mit dem Griff leicht den Lack beschädigt. Das wurde aber sofort und ohne Probleme von unserer Versicherung bezahlt.

Was mich am meisten stört: Er schreibt das alles so, als wäre es ein dauerhaftes Problem, und fordert sogar Maßnahmen gegen uns durch die Hausverwaltung. Gleichzeitig behauptet er eben, er hätte angeblich „Beweise“, obwohl ich mir absolut sicher bin, dass das nicht sein kann.

Die Mail ist zwar schon drei Monate alt und da die Hausverwaltung uns kennt, wissen die auch, dass da nichts dran ist an den Behauptungen. Leider ist aber die Situation im Alltag im Haus seitdem extrem unangenehm. Der Nachbar macht regelmäßig kleine „Finten“ um uns zu ärgern, z.B. die Haustür zuknallen, die wir kurz haben offen stehen lassen, um etwas sperriges hineinzutragen, unsere Waschmaschine im gemeinsamen Waschkeller hat er bereits zwei Mal abgestellt, während die gerade lief, klopft jeden Morgen gegen 6-6:30 Uhr seine Fußmatte an dem Fenster seiner Wohnung aus, das direkt neben unserem Schlafzimmer ist (wir schlafen ganzjährig mit gekipptem Fenster).

Jetzt überlege ich nach kurzer Online-Recherche, ob ich ihm eine schriftliche Unterlassungsaufforderung schicken soll, damit er solche falschen Behauptungen in Zukunft nicht mehr verbreitet und vielleicht einen kleinen Dämpfer bekommt im Angesicht rechtlicher Konsequenzen.

Meine Fragen unter anderem:

Würdet ihr in so einer Situation überhaupt reagieren oder versuchen, es einfach zu ignorieren?

Macht eine Unterlassungsaufforderung ohne Anwalt Sinn oder wirkt das eher lächerlich?

Ich will eigentlich keinen „Nachbarschaftskrieg“, aber ich habe auch keine Lust, mir so etwas weiter gefallen zu lassen.

Bin dankbar für ehrliche Einschätzungen.

Posted Apr 1, 2026, 5:40 AM UTC

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