Strategien für Stressbewältigung und Resilienz im Arbeitsalltag
Hallo liebe Reddit Gemeinde :)
Ich habe hier schon einiges schlaues gelesen, aber trotzdem das Gefühl, einfach noch mal nach Hilfestrategien zu fragen. Oder vielleicht auch einfach mal alles los zu werden und ähnliches zu hören.
Kurz: Viel Arbeit, lange ToDos, Emotionale und mentale Überforderung, viele Tränen und ständig das Gefühl mich um meine Kompetenz zu betrügen, wegen Vermeidungsstrategien. Suche Strategien dagegen.
In ganz lang:
Zum Setting: Ich arbeite seit fast 3 Jahren in einem Unternehmen als QS (Lebensmittelbetrieb, zertifiziert). Per Se mache ich meinen Job wirklich sehr gerne, er ist abwechslungsreich, fordernd, mit und ohne Menschen und es gibt immer etwas Neues was es zu lernen oder anzuwenden gibt. Mein Aufgabenbereich hat sich in den letzten 18 Monaten sehr verändert und eigentlich soll ich die fachliche Vertretung meiner Chefin übernehmen, aber mit der derzeitigen Situation/ meiner emotionalen Verfassung sehe ich mich nicht diese Kämpfe im Unternehmen dann auch souverän austragen. Mein Verhältnis zu meiner Chefin und meinen Kolleg.innen ist gut und auf Augenhöhe, aber ich merke, dass ich einfach keinen Grund unter den Füßen gewinne. Und mir dadurch auch vieles verbaue.
Seit anderthalb Jahren ist mein Stresslevel einfach zu hoch und ich bin wie gelähmt, etwas dagegen zu tun. Denn ich sehe, es liegt zum Teil auch an meiner Art und Weise. Und die ist bedingt durch die Gesamtsituation im Unternehmen (Umbruch, neue Linie, Dauerschichtbetreib seit kurzem und 30% mehr Personal, ich arbeite im Wechseldienst, alle Mitarbeitenden sind genervt und angespannt).
Konkret merke ich es an folgenden Punkten:
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Keine emotionale Distanz (soweit möglich) mehr, alles in mir ist sofort auf Kampfmodus bei Problemen. Meistens gibt es nahtlos dazu Tränen. Ich werde laut als letzte „Option“, wenn ich merke es gibt weder Einsicht noch eine Lösung von Verantwortlichen Personen. Und die Erledigung der Themen bleibt an mir hängen. Ach ja, und Tränen. Für mich tatsächlich das schlimmste Symptom. Letztes Jahr habe ich wochenlang jeden Abend auf dem Sofa geweint. Wenn ich von meiner Arbeit rede gibt’s auch oft Tränen. Der Satz „Ich kann nicht mehr“ fällt oft.
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Ich nehme nur noch sporadisch an Meetings teil die meinen Aufgabenbereich betreffen, da ich jedes Mal Herzrasen habe und fast schon angsterfüllt bin teilzunehmen und meine Themen anzusprechen. Ich lasse meine Chefin oft vortreten, was sich aber gleichzeitig anfühlt als würde ich meine Kompetenz infrage stellen. Das selbe Gefühl habe ich Sonntags zu Montags.
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Leider habe ich mir den Stand erarbeitet als „unbequem“ zu gelten. Die Kollegin, die eben auch Dinge anspricht, die lieber unter den Tisch gekehrt werden würden. Oder zu viele Fragen stellt. Das führt dazu, das man mir Infos bewusst nicht weitergibt, die meinen Aufgabenbereich betreffen und ich es dann zufällig an der Linie durch die Mitarbeitenden erfahre. Oder einfach gar nicht mehr fachlich mit mir gesprochen wird. Was mich so nervt, weil ich in solchen Situationen immer unwissend dastehe und sagen muss „Hier muss ich erstmal prüfen, was passiert ist. Ich habe davon noch nichts gehört“. Und dann geht der Spießrutenlauf los und ich frage 4 Leute, und alle sagen mir was anderes. Das kostet einfach enorm viel Energie.
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Es fällt mir schwer mich vor alten Männern (Führungskräfte und zum Teil wirklich einfach nur unangenehm und ohne nennenswerte Kompetenz) und deren Ego zu behaupten und ruhig meine Themen zu verteidigen. Ich fühle mich wie das Mäuschen vor Gott, obwohl ich die Typen alle einfach nur zum kotzen finde. Fachlich bin ich für meinen Bereich QM/QS sicher, aber mir flattert so die Zunge, dass ich Wörter und Sätze vertausche. Dadurch unbeholfen wirke (und ich bin nicht schüchtern). Auch merke ich, dass meine Vorschläge oft einfach überhört werden, nur um mir zu demonstrieren „Sie haben hier keinen Einfluss“. Was mich so, so nervt. Am Ende zählt das Argument „Dann ist es nicht dein Problem“ auch oft nicht, da ich es am Ende des Tages dann doch wieder auf meinem Tisch habe.
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Regelmäßig sitze ich minutenlang vor meiner ToDo Liste oder PC und starre vor mich hin, Unfähig etwas zu tun oder mich zu fokussieren. Ich kann nie länger als ein paar Minuten an einer Aufgabe arbeiten, ohne das Gefühl zuhaben, dass nicht eine andere Aufgabe ebenso wichtig ist. Konzentration fällt mir immer schwerer. Manchmal bin ich froh, wenn ich mich mit banalen Aufgaben ablenken kann, zum Beispiel Büro aufräumen.
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Oberthing. Everything. Jedes Detail. Zermürbend.
Naja, viel Text. Entschuldigung, aber ich suche einfach nach ein paar Strategien, es mir leichter zu machen. Ruhig zu bleiben und die Fassung zu wahren. Ich fühle mich einfach nur hilflos.
Ach so, und wie sollte es anders sein, ich bin weiblich, Ende 20, pflichtbewusst und eifrig, mit dem unendlichen Drang sich zu beweisen und dabei zu denken, dass alles gar nicht zu können. ^^
Liebe Grüße und danke schonmal, falls jemand schreibt!
Posted Apr 1, 2026, 8:34 PM UTC