Geburtsbericht (positiv)
Hallo zusammen, da ich hier immer gerne Geburtsberichte gelesen habe wollte ich meinen auch Mal mit euch teilen :)
Montag Vormittag: An meinem ET war ich zum CTG schreiben in meiner Geburtsklinik, da sah noch alles unauffällig aus und ich habe noch als Scherz zur Verabschiedung"vielleicht bis später" gesagt.
Montag, ca 23:30: Ich und mein Mann wollen uns bettfertig machen. Ich gehe zur Toilette und will danach ins Bett, mir laufen aber immer wieder ein paar Tropfen am Bein hinunter. Ich bin total verunsichert ob das Fruchtwasser ist oder meine kleine Maus einfach ungünstig auf meine Blase liegt.
Dienstag, ca. 01:00: ich entscheide mich dazu ins Krankenhaus zu fahren, um abklären zu lassen ob es tatsächlich Fruchtwasser ist. Ich rufe vorher im Kreissaal an, die Hebammen sind total nett und sagen mir ich soll einfach ganz entspannt vorbei kommen. Wehen habe ich keine.
Dienstag ca 02:00: Wir sind im Krankenhaus angekommen und mein Mann ist der Überzeugung daß wir gleich wieder nach Hause fahren. Der Fruchtwasser-Check ist allerdings sofort positiv und wir werden aufgenommen. Wir bekommen ein Familienzimmer und legen uns erst noch Mal schlafen. Der Muttermund ist noch geschlossen.
Dienstag ca. 03:00-05:00 ich habe leichte Wehen die jedoch morgends früh wieder verschwinden.
Dienstag Mittag/Nachmittag: Den ganzen Tag über passiert nicht wirklich viel. Ab mittags bekomme ich nun alle 8h Antibiotika, ansonsten verbringe ich den Tag mit spazieren und meine Mutter schaut zwischendurch vorbei um meinen Mann abzulösen, der noch ein paar Sachen von Zuhause holt.
Dienstag Abend: üblicherweise wird nach einem Blasensprung nach 24h eingeleitet, doch da das bei mir mitten in der Nacht wäre wird mir mitgeteilt das wir erst am nächsten Morgen mit der Einleitung beginnen. Ich habe ein bisschen Angst vor der Einleitung das sie entweder gar nichts bringt oder viel zu stark ist. ich hoffe das es nachts noch von alleine los geht. Auf dem CTG ist immer noch keine Wehenaktivität zu erkennen.
Mittwoch 03:00-05:00: auch diese Nacht habe ich wieder Wehen, diesmal etwas stärker und häufiger (ca. 10 Minuten Abstände) als in der Nacht zuvor, dazwischen döse ich immer wieder Mal ein. gegen morgen Verschwinden die Wehen dann wieder.
Mittwoch 09:00 - 11:00 nach dem Frühstück bin ich beim CTG und bekomme die erste Tablette Prostaglandine (25ug), ca. eine halbe Stunde setzten die Wehen relativ stark ein aber noch in relativ großen Abständen. Ich gehe wieder aufs Stationszimmer und soll um 13:45 zum nächsten CTG und für die nächste Tablette wieder kommen.
Mittwoch 13:30: Ich konnte das Mittagessen kaum hinunter bekommen und esse nur ein kleinen bisschen was, auch wenn ich weiß das ich die Kraft eigentlich gebrauchen kann. Um 13:30 hab ich das Gefühl das die Wehen so stark und häufig kommen, dass ich nicht mehr bis 13:45 warten will, also gehen wir etwas früher rüber zum Kreissaal. Wir kommen zunächst in einen Ruhe Raum in dem das CTG geschrieben wird.
Mittwoch ca 14:30: Die Wehen sind noch gut zu veratmen, wir werden nun rüber in den Kreissaal gebracht. Ich bin froh das mein Mann dabei ist, da ich nicht mehr so richtig viel mitbekomme da ich auf mich und die Wehen konzentriert bin. Ich werde gefragt ob ich in die Wanne möchte, und auch wenn ich mir das eigentlich vorgenommen hatte und eigentlich eine Wasserratte bin, fühle ich das im diesem Moment nicht so richtig und lehne ab.
Mittwoch ca 15:00: Die Hebamme fragt mich ob ich Schmerzmittel haben möchte, ich sage zunächst "Nein" und möchte "stark sein". Ca 30 Sekunden später überlege ich es mir dann aber doch anders, da die Hebamme in dem Moment aus dem Raum gegangen ist schicke ich ihr mein Mann hinterher, dass ich doch welches haben möchte.
Mittwoch ca. 15:00-17:00: ich habe Schmerzmittel bekommen und bin total high, die Wehen sind total gut auszuhalten und ich Texte meinen Mann mit irgendwelchem Quatsch zu und wir blödeln herum. Diese 2h fühlen sich für mich an wie 5 Minuten. Wir sind häufig nur zu zweit im Raum und ich genieße es das mein Mann mit dabei ist und mir gut zu redet.
Mittwoch 17:00 Mein Muttermund ist bei ca 5-6 cm. Es wird nicht so oft überprüft wie weit er geöffnet ist, da wegen des Blasensprungs ja eine höhere Infektionsgefahr besteht. Der Tropf vom Schmerzmittel ist inzwischen leer und die Presswehen setzten ein. Ich nehme wahr, das die Hebamme die Wärmelampe auf dem Wickeltisch anmacht und deute das als gutes Zeichen, dass sie ja anscheinend davon ausgeht, dass das Baby bald kommt.
Ich probiere die unterschiedlichsten Positionen aus, es scheint allerdings nicht richtig voran zu gehen. Die Schmerzen sind inzwischen sehr stark und ich brauche immer einiges an Zeit zwischen den Positionswechseln weil ich das Gefühl habe mich nicht bewegen zu können. Ich schreie viel aber alles was ich tue fühlt sich nicht richtig produktiv an. Zwischendurch mache ich mit meinem Mann den Kreuzgriff während ich auf dem Bett bin, das fühlt sich für mich am besten an. Ich habe durchgehend Durst und Frage gefühlt alle 5 Minuten nach einem Schluck Wasser. Die Hebamme lässt uns öfters Mal zu zweit was mich zwischendurch etwas nervös macht, andererseits denk ich mir, das wenn das Baby gleich kommen würde sie sicher nicht rausgehen würde, ich also noch nicht so weit bin wie ich denke/hoffe. 17 Uhr Schaue ich regelmäßig auf die Uhr da ich wieder ein Zeitgefühl bekomme, und habe aus irgend einem Grund in meinem inneren Auge die ganze Zeit 20:00 Uhr als Geburtszeit vor mir. Der Gurt vom CTG hält nicht richtig und die Herztöne von Baby sind andauernd auf dem CTG nicht zu erkennen, was mich ziemlich nervös macht, auch wenn die Herztöne wenn der Gurt zwischendurch richtig sitzt immer in Ordnung sind.
Mittwoch 20:00: Ich habe nicht das Gefühl viel weiter gekommen zu sein, und jetzt ist Schichtwechsel. Die Hebamme sag mir das sie fest damit gerechnet hätte, das sie meine Tochter noch in ihrer Schicht kennenlernt, leider hat das aber nicht ganz geklappt. Es kommen zwei andere Hebammen (eine Studentin) und betreuen mich weiter. Ich wechsle wieder auf die Liege und mache mir meinem Mann den Kreuzgriff, das fühlt sich inzwischen wirklich produktiv an. ich schaffe es inzwischen gut die "Kraft" der wehe zum pressen zu nutzen und nicht einfach nur zu schreien. Zwischen den Wehen habe ich immer genug Zeit um ein bisschen Kraft zu tanken. Ich denke über eine PDA nach, weiß allerdings selbst, dass es dafür viel zu spät ist und Frage auch nicht danach.
Mittwoch ca. 21:30/21:40: Ich merke das das Baby schon wirklich sehr weit ist, und bekomme mit, das die Hebamme kurz zu ihrem Telefon greift und den Arzt "zur Geburt" in den Kreissaal ruft und weiß das es wirklich nicht mehr lange dauern kann. Die Hebamme fragt mich ob sie das Baby an meinem Bauch ein wenig "festhalten" soll damit es nicht nach der wehe immer wieder so weit "zurück rutscht" was ich dankend annehmen. Sobald der Arzt da ist dauert es noch 2 Wehen.
Mittwoch 21:50: Meine kleine Tochter ist endlich da. Das erste Gefühl für ein paar Sekunden ist Erleichterung das ich es endlich geschafft habe, und danach habe ich nur noch Augen und Ohren für die kleine Maus. Wir können sofort kuscheln, nach einer Weile darf der Papa die Nabelschnur durchtrennen. Er kommt aus dem Freudentränen überhaupt nicht mehr raus. Obwohl ich sonst eigentlich immer nah am Wasser gebaut bin muss ich tatsächlich nicht weinen, sondern bin einfach nur überglücklich.
ich habe einen Scheidenriss und einen Dammriss zweiten Grades, die mit einer lokalen Betäubung direkt vor Ort genäht werden, und mir in dem Moment tatsächlich auch total egal sind. Schmerzen habe ich keine.
Danach habe ich wieder kein Zeitgefühl mehr aber laut meinem Mann wird unsere kleine Maus nach ca 45 Minuten kuscheln kurz von den Hebammen gewogen/gemessen/untersucht. Danach kommt sie wieder zu mir und wir kuscheln weiter und unternehmen den ersten Stillversuch auch wenn das noch nicht so richtig klappen will.
Donnerstag 02:00: wir werden auf unser Stationszimmer gebracht.
Ich habe die Geburt als total schön empfunden, auch wenn sich das Ende für mich mit fast 5h Presswehen ziemlich gezogen und mich ziemlich ausgelaugt hat. Mein Mann hat mich da definitiv durch gebracht, ich hatte währenddessen nicht das Gefühl, dass ich es ohne ihn schaffen würde. Aber das gut zu reden und "mitmachen" von ihm beim Kreuzgriff hat mir das Gefühl gegeben, das wir das als Team schaffen unsere Tochter zur Welt zu bringen (auch wenn das eigentlich ich gemacht habe :D). Die Hebammen waren alle super lieb und unterstützend und meine Angst vor der Einleitung war im Nachhinein unbegründet. Die Ungewissheit was passiert und ob alles gut geht nimmt einen natürlich vorher mit, aber ich bin froh das alles so abgelaufen ist, wie es ist.
Unsere kleine Maus ist wohlauf und inzwischen schon 6 Wochen alt.
Ich wünsche euch allen, dass eure Geburt möglich so verläuft wie ihr euch das vorstellt, auch wenn es dann ja eigentlich immer anders kommt. Ihr schafft das! :)
Danke fürs Lesen!
Posted Apr 2, 2026, 10:49 PM UTC