Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Beziehung (wieder) funktioniert?
Ich (w 35) bin seit 2 Jahren mit meinem Freund (m 33) zusammen (gewesen). Nachdem wir ca. drei Monate zusammen waren, schlichen sich die ersten Probleme ein. Wir hatten beide unsere Baustellen und haben viel an uns gearbeitet. Dennoch war es wirklich anstrengend.
Er ist für mich ein besonderer Mensch und wir verstehen uns auf einer bestimmten Ebene, auf der ich mich bisher von keinem Zweiten so gesehen und geliebt gefühlt habe. Er hat mir sehr oft bestätigt und gezeigt, dass er es auch so bei mir sieht.
Nachdem wir ca. 6 Monate zusammen waren, sagte ich ihm, dass ich keine Kinder haben möchte. Für ihn ist daraufhin eine Welt zusammen gebrochen. Ich denke, dass dies die Beziehungsdynamik noch zusätzlich beeinflusst und belastet hat. Wir sprachen öfter über das Thema und hofften beide, dafür noch eine Lösung finden zu können, weil die Liebe und Verbundenheit, sowie die Bereitschaft, an sich und der Beziehung zu arbeiten, auf vielen Ebenen einfach sehr groß war.
Trotz allem versuchten wir es weiter. Vor ungefähr einem halben Jahr änderte ich mich grundlegend. Ich verbesserte meine Kommunikation, versuchte bei jedem Konflikt das tieferliegende Bedürfnis beider zu verstehen. Plötzlich verhielt er sich gegenteilig. Im ersten Jahr der Beziehung konnte er sich noch für sein Fehlverhalten entschuldigen und an sich arbeiten. Auf einmal verdrehte er die Tatsachen und schob sein Fehlverhalten auf mich.
Er beendete daraufhin das erste Mal im Januar die Beziehung. Auf einen langen Brief hin, indem ich die Beziehung noch einmal reflektierte und mich für meinen Teil entschuldigte, wollten wir einen zweiten Versuch starten. Ich tat dies, weil ich in dem Glauben war, dass ihm noch vergangene Dinge nachhingen, die ich dadurch bereinigen wollte. Wir kamen also ein zweites Mal wieder zusammen.
Es verschlimmerte sich nach kurzer Zeit eigentlich nur. Er machte mich für seine Fehltritte erneut verantwortlich. Ich wies ihn etliche Male darauf hin, dass ich mir wünschen würde, dass er auch an sich arbeitet. Ich bot ihm an, an Übungsgruppen (Persönlichkeitsentwicklung) teilzunehmen und auch dort zu Beginn teilzunehmen, um ihn mental zu unterstützen. Er lehnte alles ab.
Vor ungefähr drei Wochen beendete er erneut die Beziehung unter anderem mit den Worten, dass wir nicht die selben Lebensvorstellungen hätten (kein gemeinsamer Kinderwunsch).
Bei mir war danach wirklich die Luft raus. Ich hatte keine Energie mehr und versuchte, damit abzuschließen. Auf einmal sagte er mir sinngemäß, dass er sich mit mir gelegentlich treffen wolle und an den Übungsgruppen, die ich ihm vorgeschlagen hatte, nun teilnehme. Er entschuldigte sich für sein Verhalten, bedankte sich für alles, was ich für ihn investiert hatte und gab zu, dass er innerhalb der letzten Monate nur noch mit einem Einsatz von 20% dabei war. Angeblich wolle er derzeit auch keine Kinder und wäre sich generell nicht sicher, ob er den Wunsch noch habe. Auch habe er gerade eine harte Zeit und vermisse mich.
Ich schrieb ihm eine E-Mail mit den Worten, dass es ggf. sein kann, dass ich, wenn es Bspw. 2 Jahre lang gut zwischen uns laufen würde, ich ggf. meine Meinung zum Kinderwunsch ändern könnte. Dies kann ich aber nicht eindeutig sagen. Er solle sich überlegen, ob er mit diesem Zustand leben könne, dass man ggf. niemals Kinder haben werde. Ich sagte ihm, dass ich einen Einsatz mit vollem Herzen erwarte.
Er klang optimistisch, aber wolle sich dennoch ernsthafte Gedanken machen.
Zusammenfassung und jetziger Zustand:
Die Beziehung war insgesamt sehr anstrengend, aber auch genauso schön. Er hat sehr viel investiert und sich weiterentwickelt, ich genauso (nur zu unterschiedlichen Zeiträumen). 50% der Streitigkeiten sind Banalitäten im Alltag, die anderen 50% haben tieferliegende Gründe.
Er will mich nun zurück, trotz das er Schluss gemacht hat und arbeitet derzeit aktiv daran (Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, ca. 1x wöchentlich) und entschuldigte sich bei mir für sein Verhalten.
Posted Apr 4, 2026, 1:15 PM UTC