Der Bitcoin-Hahn dreht sich wieder auf
2010 hat ein Mann namens Gavin Andresen eine Website gebaut, die jedem Besucher 5 Bitcoin geschenkt hat. Einfach so. Captcha lösen, Wallet-Adresse eingeben, fertig: 5 BTC. Damals so wertvoll wie ein Kaugummi. Heute wären das rund 335.000 Dollar pro Person. Über zwei Jahre hat Andresen insgesamt knapp 20.000 Bitcoin verschenkt. Nach heutigem Kurs mehr als zwei Milliarden Dollar. Sein Ziel war simpel: Er wollte, dass Bitcoin funktioniert, dass Menschen es ausprobieren, dass echte Transaktionen stattfinden. Er hat dafür sein eigenes Geld eingesetzt, ohne Hintergedanken.
Jetzt, 16 Jahre später, bringt Jack Dorsey mit seinem Unternehmen Block genau diesen Gedanken zurück. "Bitcoin Day" startet heute am 6. April 2026, läuft bis zum 10. April, und verteilt einen Pool von einer Million Dollar in Bitcoin über die Cash App und Dorseys Hardware-Wallet Bitkey. Wer mindestens 10 Dollar BTC über Cash App kauft, bekommt 5 Dollar in Bitcoin obendrauf. Weitere Details sollen folgen. Die Landing Page läuft unter btc.day.
Wird man damit reich? Nein. Ist es lebensverändernd? Definitiv nicht. Aber das ist nicht der Punkt, und genau das sollte man verstehen.
Dorsey betont seit Jahren, dass Bitcoin kein Investmentvehikel ist, sondern Geld. Offenes, dezentrales Geld, das niemanden ausschließt. Nicht wegen fehlenden Bankkontos, nicht wegen fehlendem Startkapital. Genau das war 2010 die Idee hinter dem Faucet, und genau das ist heute wieder die Botschaft. Block rollt parallel dazu Bitcoin-Zahlungen für Square-Händler in den USA aus. Die Infrastruktur wächst. Ein symbolischer Faucet, der erste Berührungspunkte mit echtem Bitcoin schafft, ohne dass jemand Geld riskieren muss, passt in dieses Bild.
Ja, 500 Satoshi für ein Captcha sind heute vielleicht 50 Cent. 2010 und 2026 sind einfach nicht vergleichbar. Bitcoin steht bei rund 67.000 Dollar, Spot-ETFs sind zugelassen, Institutionen halten BTC in ihren Bilanzen. Aber für viele Menschen gilt nach wie vor: eine Wallet einrichten, eine erste Transaktion machen, das ist immer noch eine zu hohe Hürde. Wenn ein Faucet diese Hürde senkt, hat er seinen Job getan. Nicht wegen der 50 Cent, sondern wegen des ersten Schritts.
Ich finde das richtig. Nicht als Werbung für Block. Sondern weil es zeigt, dass die ursprüngliche Idee hinter Bitcoin nicht verloren gegangen ist. Gavin Andresen hat das damals mit eigenem Geld gemacht, ohne PR-Abteilung, ohne Millionen-Budget. Was Dorsey daraus macht, werden wir bis zum 10. April sehen.
Quellen: Bitcoin Magazine (Faucet-Details und btc.day, April 2026), Stocktwits/Anushka Basu (Block Bitcoin Day Kampagnen-Ankündigung, April 2026), Coincu (Kampagnendetails und Cash App Bedingungen, April 2026), The Coin Republic (BTC-Marktdaten, April 2026)
Posted Apr 5, 2026, 3:12 PM UTC