Mein Hobbyfriedhof – wie komme ich da wieder raus?
Hey ihr Lieben, ich brauche eure Hilfe. Menschen mit ADHS sind wahnsinnig verschieden und gerade was Hobbys und Kreativität betrifft, sehe ich zwei Extreme. Die einen, die ihre Ideen immer direkt umsetzen (anfangen und dann vielleicht nicht zu Ende machen😅, aber immerhin anfangen), und die, die nur planen und nichts umsetzen.
Für mich ist es sehr wichtig, meinen Job und meinen Haushalt zu schaffen, und seitdem ich Medikamente nehme, fällt mir das auch endlich etwas leichter. Das bisschen Freizeit, was dabei übrig bleibt, nutze ich dafür, meine Freundschaften zu pflegen. Wenn ich mal etwas mehr Freizeit habe (Feiertage o. Ä.), ist es aber so, dass ich völlig erschöpft und antriebslos bin und es Tage dauert, bis ein innerer Antrieb und Lust, etwas zu machen, wiederkommt.
Ich hatte früher (noch zu Schulzeiten) super viele kreative Ideen, die ich auch umgesetzt (oft nicht beendet) habe. Ich hatte meist eine ganze Handvoll Projekte parallel laufen, was oft auch viel Unordnung mit sich gebracht hat. Der Versuch, weniger Unordnung und unvollendete Projekte zu erzeugen, hat aber irgendwie dazu geführt, dass ich einfach gar nichts mehr anfange.
Dazu kommt, dass ich schnell frustriert bin, wenn ich etwas nicht auf Anhieb perfekt beherrsche, und es dann schnell wieder fallen lasse.
Das typische Ding, dass mich etwas kurzfristig sehr interessiert und dann seinen Reiz verliert, kenne ich natürlich auch.
Dass im Internet auf YouTube, Pinterest, Instagram etc. rumzuhängen und der Gedanke, etwas umzusetzen, mehr schnelles Dopamin ausschüttet, als es tatsächlich umzusetzen, hilft auch gar nicht.
Mein Problem ist, dass ich langsam das Gefühl habe, ich werde wahnsinnig langweilig und habe nichts zu erzählen, wenn man mich fragt, was ich so in meiner Freizeit mache. Ich nehme mich selbst nicht mehr als inspirierend wahr und habe das Gefühl, ich habe durch meinen Versuch, besser zu „funktionieren“ und erwachsen zu sein, zwar eine wesentlich höhere Lebensqualität erreicht. Meine wahnsinnigen Zukunftsängste, die ich früher hatte, sind auf ein Minimum geschrumpft. Ich bin sehr glücklich damit, dass ich meinen Job und meinen Haushalt inzwischen recht konstant bewältigen kann. Aber ich merke, dass mich das auf Dauer nicht glücklich hält, wenn ich dabei keine Hobbys mehr habe. Teilweise ist das vielleicht einfach ein Teil vom Erwachsenwerden und im System der Lohnarbeit zu leben, aber teilweise sehe ich auch eine Verbindung zu meinem ADHS.
Manchen Personen mit ADHS scheint es sehr leicht zu fallen, ihren Ideen Raum zu geben, dafür ist das Leben und der Alltag vielleicht etwas chaotischer.
Es gibt echt viele Sachen die ich spannend finde, die ich gerne machen würde oder früher gemacht habe, aber irgendwie schaffe ich es einfach nicht mehr irgendwas davon anzufangen.
Meine Frage ist: Gibt es unter euch Leute, denen es mal so ging wie mir und die einen Ausweg gefunden haben? Habt ihr Tipps? Könnt ihr relaten? Ich freue mich sehr über jede Idee und jeden Input!
Posted Apr 6, 2026, 1:24 PM UTC