BIDA weil ich meine Partnerin blockiere

Ich bin vor ein paar Wochen zu meiner Hausärztin gegangen, da ich den Verdacht auf Hodenkrebs hatte.

Dieser Verdacht hat sich dann auch später in der Urologie bestätigt in der ich behandelt wurde.

Dieser wurde mir daraufhin operativ entfernt.

Was zwar bedeutet das ich Krebsfrei bin, jedoch wurde mir vom behandelnden Arzt eine einzelne Chemotherapie empfohlen.

Mit dieser einzelnen Chemotherapie kann man die Chancen auf einen erneuten Ausbruch nochmal senken.

Ich habe mich dann für die Chemotherapie entschieden.

Ich habe viel Angst verspürt und war teilweise traurig, jedoch hab ich versucht so positiv wie möglich zu sein.

Ich stand zu dieser Zeit in einem Zwiespalt aus Reden und Schweigen, um mein soziales Umfeld nicht all zu sehr zu belasten.

Da ich mich schon stark wie eine Belastung für alle gefühlt habe, auch wenn mich mein Umfeld natürlich unterstützt und ich auch professionelle Hilfe in Form von Therapie wahrnehme.

Ich hoffe man versteht was ich meine.

Zwei Tage später, und eine Woche vor der Chemo entfernt, kommt der Schock mich verlässt meine Partnerin.

Irgendwie fühle ich mich durch die Trennung leichter als vorher und befreit, auch wenn der Trennungsschmerz natürlich da ist, aber die Erleichterung überwiegt und ich versuche es so gut es geht in Form von weinen herauszulassen.

Irgendwie merke ich wie dankbar ich dafür bin, dass ich so viel durch die Beziehung über mich erfahren habe (Push-Pulls Dynamik, sie vermeidend ich eher ängstlich gebunden) und reflektiere worauf ich einen Einfluss in der Beziehung hatte und was nicht.

Ich sehe meine Ex gleichzeitig als wunderbaren tollen Menschen, der sich eventuell einfach nur Selbst schützen wollte und deswegen den letzten Ausweg genommen hat und sich von mir trennte.

All für das bin ich irgendwie dankbar, und gleichzeitig bekomme ich von allen Seiten so viel Liebe, was mich bewusst werden lässt, dass es nicht das Ende der Welt ist und ich dadurch auch viel stärker hervor gehe, als ich jemals gedacht hätte.

Zeitgleich fange ich außerdem wieder an Tagebuch zu schreiben, meine Ernährung umzustellen und mir Ziele für die nächste Zeit zu setzen.

Bis dahin lief alles super, jetzt kommt aber der Knackpunkt.

Ich war in der Nacht am telefonieren und sehe auf meiner Smartwatch, dass ich einen Anruf von anonym bekommen habe.

In diesem Moment meinte ich sogar noch zu meinen Freunden:“Leute ich glaube meine Ex Partnerin versucht mich anzurufen“

5Minuten später sehe ich, wie sie versucht mich anzurufen.

Im selben Moment schaue ich auf meine Smartwatch die mir sagt das ich eine Puls von 120 habe.

Ich fange an Panik zu kriegen, werde innerlich unruhig und mein Herz fängt an zu rasen.

Das erinnerte mich daran, dass ich in der Beziehung mit ihr sehr viel Angst und Unruhe verspürt habe,was sich in Herzrasen äußerte, teilweise sogar wenn ich nur das Ortseingangsschild von ihrem Wohnort auf der Autobahn gesehen habe, oder eine Benachrichtigung von ihr bekommen habe.

Es gab teilweise so starke Reaktionen von meiner damaligen Partnerin in Form von anschreien, dass ich angefangen habe zu stottern, zu weinen und mein ganzes Gesicht angefangen hat zu vibrieren.

Dazu kommt noch das ich mich in mehreren Situationen ihr offenbart habe wenn sie mich verletzt hat.

Sie diese Situation so hingedreht hat, dass ich Schuld wäre und , dass sie dann emotional so hochgefahren ist, dass sie mir mit Trennung drohte.

Die Beziehung hat mir wirklich im großen und Ganzen echt nicht gut getan und mir sehr geschadet, und der Punkt dass sie mich eine Woche vor der Chemo verlässt macht mich einfach sehr traurig und enttäuscht zugleich.

Gerade weil ich mir sehr viel Mühe gegeben habe, immer Verständnis für ihre Depressionen gezeigt habe und mich generell auch in Sachen Care Arbeit und Mental Load sehr engagiert habe.

Gerade auch in Phasen in denen ihre Depressionen sehr stark waren.

An sich geht es mir gut mit der Trennung.

Bis jetzt jedenfalls.

Mir kommt immer wieder der Gedanke hoch, dass ich vielleicht den Anruf entgegen nehmen sollte, um zu wissen was sie mir sagen möchte, obwohl ich mir halt selber geschworen habe im No Contact zu bleiben.

Das ganze macht mich irgendwie ziemlich kirre.

Ich bin um ehrlich zu sein traurig und sehr enttäuscht von ihr.

Gerade weil Loyalität für mich einer der wichtigsten Pfeiler einer Beziehung sind.

Auf der anderen Seite sehe ich aber auch ihre Perspektive und verstehe, das dass eventuellzu viel für sie ist und sie versucht hat sich zu schützen.

Dieser Text schildert den Zeitraum nach der Trennung wieder.

Ich habe sie zwei Tage nach dem ersten Text zurückgenommen.

Ich habe einige Tage nach der Trennung mit ihr ein Treffen gehabt, da sie mich immer wieder angerufen hatte und ich im Endeffekt eingeknickt bin.

Jedenfalls hatte Sie sich im laufe des Treffens bei mir entschuldigt und meinte wie leid ihr das ganze doch tue, und was soll ich sagen ich habe sie zurückgenommen, leider.

Denn was nun folgt schlägt dem Fass nur noch dem Boden aus.

Ich war bezüglich meiner Krebserkrankung einige Tage für die Chemotherapie dann im Krankenhaus, und hatte von meiner Partnerin die ich zurückgenommen hatte sehr viel Besuch bekommen, was mir sehr gut tat.

Gleichzeitig hatten wir aber auch eine Auseinandersetzung.

Da ich Ihr vor einer Weile gestanden hatte, dass ich mich bezüglich unserer Dynamik (On-Off Beziehung) meinen Eltern geöffnet habe, was dazu führte das meine Eltern ein eher negatives Bild von ihr hatten, da die Beziehung mir offensichtlicherweise nicht gut getan hat.

(Zugegebenermaßen hat dazu auch reingespielt, dass sie mich eine Woche vor der Chemotherapie verlassen hat)

Meine Partnerin war offensichtlicherweise durch die ganze Situation verletzt, und wisse nicht wie ich überhaupt noch zu ihr stehen würde und würde dahingehend wollen, dass ich Stellung zu ihr bezüglich meiner Eltern ziehen soll, sprich ich solle mich für sie entscheiden.

Ich habe mich durch die ganze Sache, so sehr unter Druck gesetzt gefühlt, dass ich im Endeffekt eingeknickt bin und ihr zugestimmt habe und meinte dass ich das tun werde, falls es zu einer Eskalation kommt und meine Eltern rausschicken, obwohl ich durch die Medikation schon total ausgelaugt war.

Nachdem meine Partnerin dann das Krankenzimmer verlies, habe ich über das ganze nochmal nachgedacht und es bereut ihr überhaupt zugestimmt zu haben.

Ich wollte im Endeffekt einfach nur meine Ruhe haben und einigermaßen alles vertragen und nicht zwischen irgendwelchen Stühlen stehen, auch wenn ich meinen Anteil an dem Partnerin/Eltern-Konflikt trage.

Ich habe daraufhin meine Partnerin zwei Stunden später angerufen, und ihr gesagt das ich dass alles nicht kann, da ich einfach für die ganze Sache keine Kraft habe und es mir lieber wäre, wenn sie doch zuhause bleiben könnte.

Sie war offensichtlicherweise sehr sauer auf mich und enttäuscht von mir, willigte jedoch ein.

Ich meinte daraufhin zu ihr, dass ich das Treffen mit meinen Eltern auch abgesagt habe.

Einige Tage vergingen, die Chemotherapie war zu Ende und ich wurde aus dem Krankenhaus entlassen nachdem ich eine Aufbauspritze für meine Blutwerte bekommen habe mit sehr krassen Nebenwirkungen.

Ich bin im Folge meiner Entlassung, dann zu meiner Partnerin gegangen(5min Fußweg vom KH)

Da sie geplant hatte die Tage über in ihre Heimat zu fahren (200km entfernt) und da meine Wohnung auf dem Weg dorthin liegt, könne sie mich mitnehmen.

Gesagt getan, hatte sie mich dann zuhause abgesetzt und mir einen Brief in die Hand gedrückt, in dem sie ihre Perspektive der Dinge geschildert hatte.

In diesem hatte Sie geschrieben, dass die Diskussion mit meinen Eltern bezüglich unserer Beziehung für sie ein Vertrauensbruch war, dass sie massivst sauer sei und enttäuscht von mir.

Gleichzeitig wirft sie mir vor, dass ich unreif,unreflektiert und wie ein kleines Kind gefangen sei, genauso das ich undankbar bin und diese ganze Woche sich ja nur um mich gedreht hatte und ich angeblich nicht sehen würde, was sie für mich die Woche über geleistet hatte.

(Obwohl ich ihr immer wieder meinen tiefsten dank geäußert habe)

Ich hab die ganze Sache irgendwie dann versucht zu verarbeiten, konnte mich jedoch nicht ablenken und habe versucht mich bei meiner Partnerin zu entschuldigen.

Ich meinte zu ihr, dass ich nachvollziehen kann das sie sich so fühle und das dass für sie ein massivster Vertrauensbruch ist und, dass ich meine Verantwortung auch darin sehe, und dass jetzt nur noch Taten zählen und keine Worte.

Ihre Reaktion daraufhin war, dass meine Entschuldigung nicht gut genug sei, ob das alles ist und dass ich es nochmal versuchen soll, daraufhin legte sie auf.

Es folgte eigentlich nur noch Funkstille.

Am nächsten Tag hat sie mich dann angeschrieben und mich gefragt wieso ich den Standort bei Wo ist deaktiviert habe.

Daraufhin habe ich ihr gesagt wenn ich ehrlich bin gibt es keine sinnvolle Antwort, ich bin am Ende meiner Kraft und total überfordert und habe gepaniked.

Daraufhin hatte sie mir vorgeworfen, dass ich sie angeblich anlügen würde, ich habe nicht mehr wirklich geantwortet darauf da ich am Ende mit allem war.

Ich habe im Laufe des Tages mich entschlossen ihr noch eine Nachricht zu verfassen, in der ich ihr geschrieben habe, dass ich den Kontakt und die Beziehung nicht mehr möchte, und dass sie mich in Ruhe lassen soll und das respektieren soll.

Ich hab ihr daraufhin noch alles gute für ihr weiteres Leben gewünscht und viel Kraft für die nächste Zeit gewünscht.

Ich habe sie überall blockiert und rausgelöscht, und werde keinen weiteren Kontakt mehr mit dieser Person haben.

Bin ich das Arschloch weil ich mich meinen Eltern gegenüber geöffnet habe und sie blockiert habe?

Posted Apr 6, 2026, 1:24 PM UTC

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