Dreiste Art der Inanspruchnahme von Beratungsleistungen durch Anwälte
„Warum muss ich Ihnen jetzt etwas zahlen? Ich habe doch nur etwas gefragt - Sie haben ja nichts gemacht!”
So oder so ähnlich schon oft gehört…
Ich weiß nicht wies euch in GER geht (der Sub ist von den Inhalten augenscheinlich sehr auf Deutschland ausgerichtet) aber ich (in Ö, außerhalb von Wien) vernehme teilweise eine unfassbar dreiste und undankbare Art der Inanspruchnahme von Leistungen von Rechtsanwälten.
Würde Großkanzleien mit Wirtschaftsrecht-Schwerpunkt mal ausgenommen sehen, da bei denen diese Gespräche vermutlich nicht stattfinden, ausgelagert sind oder auf einem anderen Niveau geführt werden.
In den letzten Jahren wurden ich und mein (recht junges) berufliches Umfeld immer mehr darauf aufmerksam, dass Leute, die Leistungen von uns in Anspruch nehmen möchten, der Meinung sind, dass diese quasi nichts kosten dürfen.
Wir sind alle in kleinen bis mittelständischen Kanzleien tätig. Die Diskussionen sind allerdings immer dieselben. Jemand möchte eine Auskunft, eine Einschätzung, einen Rat, einen „kurzen Brief” oder ein sonstiges Schriftstück, welches vielleicht nicht unmittelbar vor Gericht landet. Teilweise gehen diese „kleinen Anliegen” mit einem Arbeitsaufwand von mehreren Stunden einher und bedürfen einer Begutachtung elendslanger Unterlagen.
Dass dafür vorab überhaupt ein Honorar vereinbart werden soll, stößt so oft auf Verwunderung und Kritik, was für keinen von uns nachvollziehbar ist. Niemals würden wir zu einem Automechaniker, zu einem Psychologen oder zu einem Tischler gehen, und eine Leistung gratis verlangen. Das würden auch die anfragenden Klienten wohl nicht tun.
Es ist absolut unverständlich, wie dreist und ungehalten derartige Gespräche oder E-Mail-Verkehr dazu erfolgt. Was denken sich solche Leute?
Habt ihr solche Erfahrungen gemacht und wie geht ihr damit um?
Posted Apr 8, 2026, 1:11 PM UTC