Gravelbiker absichtlich zu Sturz gebracht - was droht mir?
Hallo liebe Schwarmintelligenz,
zuerstmal vorab - ich weiß dass ich ziemliche Scheiße gebaut habe und man an meinem Beispiel mal wieder sehen kann, wohin es einen führen kann, wenn man sich zu arg in eine Sache hineinsteigert (Wegwerfaccount aus Gründen).
Zum Sachverhalt:
Ich lebe an einem großen deutschen Wasserweg, der zu beiden Uferseiten von einem gekiesten Fuss / Radweg gesäumt wird. Der Weg ist hoch frequentiert und wird von vielen Spaziergängern, Gassigehern und auch Radfahrern genutzt. Dabei fällt jedoch eine Gruppe komplett aus dem Rahmen und das sind die sog. "Gravelbiker", also Rennradfahrer mit Stollenreifen. Diese halten den Weg für ihre persönliche Rennstrecke und halten es auch nicht für nötig sich eine Klingel anzuschaffen, so dass oft haarige Situationen mit Spaziergängern und Gassigängern entstehen.
Anfang des Jahres wurde bei einer solchen Situation mein Hund verletzt, da ich wieder einmal einen Gravelbiker nicht kommen hab hören, da gerade ein Schiff vorbei fuhr. In letzter Sekunde raunzte der Radler noch "Platz da!" - ich konnte jedoch so schnell meinen angeleinten Hund nicht bei Fuss nehmen und so ist der Radler über die durchhängende Schleppleine gefahren.
Hierbei kam mein Hund zu Sturz und zog sich dabei eine verletzung der rechten Schulter zu, die seitdem für teures Geld physiotherapeutisch behandelt werden muss.
Der Radfahrer hat nicht mal angehalten, sondern nur etwas unflätiges über die Schulter gebrüllt. Auf meine Rufe hat er nicht reagiert und ich habe mich dann ehrlicher Weise erstmal um mein Tier gekümmert und erst nach einiger Zeit die Polizei gerufen. Die hat dann auch eine Anzeige aufgenommen, mir aber gleich wenig Hoffnung gemacht, dass aus der Sache noch irgendetwas wird.
Nachdem Wochen ins Land gegangen sind, ich nichts gehört habe und auf bis dato ca. 3.000 € Tierarzt und Physio Kosten sitzten geblieben bin, habe ich einen regelrechten Hass auf die Gravelbiker entwickelt und begonnen sie immer mal wieder zu provozieren, wenn ich aus dem Augenwinkel mitbekommen habe, dass wieder einer ohne Klingeln von hinten angeballert gekommen ist. Das war am Anfang ganz harmlos wie, einen unerwarteten Schritt in die Fahrtrichtung zu machen um die Fahrer zum Bremsen zu zwingen, oder so zu tun als würde ich genau im Vorbeifahr-Moment meinem Hund das Spielzeug ins Wasser werfen, etc.
Das ganze ist dann immer mehr eskaliert, je mehr sich daraus Konfrontationen mit Radlern entwickelt haben. Irgendwann habe ich angefangen, den Hund schon vorher ins Wasser zu schicken, dann das Spielzeug "zufällig" in die Wiese fallen zu lassen, mich zu bücken und dann das Spielzeug möglichst volle Lotte auf den Radler zu pfeffern, wenn der vorbei fährt. Das hat auch ein paar mal gut geklappt und zu vorhersehbar wütenden Reaktionen geführt.
Das bringt mich zur Situation heute, weswegen ich hier schreibe:
Der Ablauf war eigentlich fast wie immer; ich mit dem Hund unterwegs und dank des guten Wetters ein Haufen Arschlöcher auf ihren Gravelbikes unterwegs. Nachdem ich zum dritten Mal ohne Vorwarnung knapp überholt wurde, habe ich beim nächsten Radler das Spielzeug fallen gelassen, dann aufgehoben und einen schnellen Schritt getan um mit richtig Schwung auf den Radler zu werfen. Dieser war jedoch noch ein paar Meter entfernt, so dass der Radfahrer eine wilde Ausweichbewegung in Richtung Uferböschung einleitete und dabei zu Sturz kam. Unglücklicher Weise besteht die Uferböschung an dieser Stelle komplett aus einbetonierten Bruchsteinen, auf die der Radfahrer Gesicht voraus stürzte.
Ich bin dann direkt hin zu ihm und musste allerdings festestellen, dass der Gestürzte nicht ansprechbar war und stark geblutet hatte. Ich habe dann den Rettungsdienst alarmiert und dieser hat dann die Polizei mit eingeschaltet.
Vor Ort habe ich nur die Aussage getätigt, dass ich den Radfahrer nicht kommen hörte, da dieser nicht geklingelt habe (war auch keine Klingel am Fahrrad) und deshalb überraschend den Kiesweg betreten hätte, woraufhin der Radfahrer zu sturz kam. Zeugen gab es direkt vor Ort erstmal keine.
Jetzt die Frage an Euch: Wie verhalte ich mich in der Situation weiter? Brauche ich einen Anwalt? Die Polizei hat nur meine Personalien aufgenommen und gemeint sie würden sich melden. Ich hatte jetzt nicht den Eindruck, dass ich irgendwie als Beschuldigter betrachtet wurde.
Was kann schlimmstenfall auf mich zukommen, wenn evtl. doch jemand sich noch als Zeuge meldet? Kann meine Anzeige von dem Unfall mit meinem Hund evtl. im Nachhinein darauf schließen lassen, dass ich mich zu so einer dummen Racheaktion habe hinreißen lassen?
Vielen Dank schonmal für Euer Feedback!
Posted May 6, 2026, 9:36 PM UTC · locked