Unsicherheit erster Jobwechsel
Ich (w27) brauche mal einen neutralen Rat, auch wenn ich die Entscheidung am Ende selbst treffen muss. Mir steht eventuell mein erster Jobwechsel bevor und ich zerdenke gerade alles. 😭
In meinem aktuellen Bürojob habe ich extrem viel Freiheit und Komfort:
- absolute Gleitzeit
- Home-Office jederzeit möglich
- oft schon 14:30 Feierabend
- nur ca. 15 Minuten Arbeitsweg
- nette Kollegen, junges Team
- kann so verrückt sein, wie ich bin
- ich kenne und mag meine Aufgaben
Das Problem ist aber:
Ich bin seit über einem Jahr alleine für meinen Bereich zuständig, habe viel Verantwortung und werde dafür deutlich unter Marktwert bezahlt. Außerdem ist meine Führungskraft leider sehr unzuverlässig, man muss allem hinterherrennen und fühlt sich oft hinten angestellt. Ich renne seit Monaten einer Gehaltserhöhung hinterher. Jetzt soll zwar endlich etwas kommen, aber selbst das liegt noch unter meiner persönlichen Untergrenze. Geld ist für mich nicht das Wichtigste, aber ich würde zumindest gerne fair bezahlt werden.
Contra ist also Bezahlung und Führung/Kommunikation
Vor kurzem hatte ich spontan(!) ein Vorstellungsgespräch im öffentlichen Dienst (keine Behörde) für eine Stelle auf die ich mich nicht mal beworben habe und sehr schnell eine Zusage bekommen:
- deutlich mehr Geld
- mehr Urlaub
- Tarifsteigerungen
- neue Aufgaben / Entwicklungsmöglichkeiten
Allerdings:
- Arbeitsweg eher 25–35 Minuten
- vermutlich längere Tage (bis ca. 15:30-16 Uhr war der Wunsch im Vorstellungsgespräch)
- kaum oder kein Home-Office, obwohl online angegeben, aber Vorgesetzter mag das nicht
- neues Umfeld
- ich wäre dort wohl ebenfalls alleine für meinen Aufgabenbereich zuständig
- Einarbeitung klang im Vorstellungsgespräch eher unklar a la "Sie können ja Fragen stellen"
Mein Freund versteht meine Gedanken nicht, weil das normale Arbeitszeiten sind und ich nur verdammt verwöhnt bin 😅
Mir ist die Work-Life-Balance schon sehr wichtig, aber am Ende WEIß ich ja nicht, wie es beim neuen Arbeitgeber wird.
Ich habe außerdem große Angst vor dem Ungewissen:
- neue Kollegen
- neue Aufgaben
- Angst, Dinge nicht zu verstehen
- Angst, in der Probezeit gekündigt zu werden
- Angst, dass am Ende alles schlimmer ist als jetzt
Zusätzlich habe ich 3 Monate Kündigungsfrist und weiß nicht, ob ein Aufhebungsvertrag möglich wäre. Der neue Arbeitgeber weiß das zwar, aber will Eintritt zum 1. Juli (was safe nicht machbar ist) und meinte, man würde notfalls den Eintrittstermin verschieben, aber das verunsichert mich trotzdem. Ich will nichts unterschreiben, wo ich nicht weiß, ob ich es einhalten kann.
Meine Meinung schwankt seit Tagen extrem:
Mal freue ich mich auf die neue Chance, mal habe ich Angst einen Fehler zu machen und meinen aktuellen Komfort zu verlieren. Mal suche ich Gründe weshalb es eine schlechte Idee ist, mal bin ich mir sicher, dass es richtig so ist.
Ich hatte mich damals mit einem Fluchtimpuls auf eine andere Stelle beworben und habe jetzt das Gefühl, ich muss die Chance nutzen, weil mich die 3 Monate Kündigungsfrist so nerven. Soll ich beim jetzigen AG fragen, ob er meine Frist wieder auf die gesetzliche ändert und ich damit bleibe? Ich bin die einzige in meinem Team, die 3 Monate Frist hat.
Meine Kollegen meinten, die hätten gar nicht drüber nachgedacht und den Job sofort genommen. Die sind auch sehr unzufrieden, wie man behandelt wird.
Was würdet ihr tun?
Karriere oder Komfort?
Posted May 13, 2026, 6:35 PM UTC