Wie viel wären angemessen
Bei uns stehen demnächst Mitarbeitergespräche an, die traditionell die Gelegenheit bieten, das Gehalt zu verhandeln.
Eckdaten: Branche: Printjournalismus, um genau zu sein, Tageszeitung
Berufserfahrung: 11 Jahre, 13, wenn man das Volontariat mitzählt. Bin 11 Jahre beim jetzigen Arbeitgeber.
Momene Situation: angestellt in einer Lokalredaktion mit momentan zwei Redakteuren (also ich plus ein Jungredakteur). Waren früher zu siebt in der Redaktion. Nach mehreren Abgängen und Stellenreduzierungen wurden Prozesse automatisiert, ein Teil des Materials wird von extern eingekauft, so dass es nun einigermaßen zu zweit geht. Aber ohne arrogant klingen zu wollen: Da ich das schon eine Weile mache und weiß, wie der Hase läuft, wohin und wann, bin ich im Grunde die Redaktion. Mein Kollege ist jetzt gerade wegen Burnout krank geschrieben, so lange mache ich das alleine. Komme damit auch ganz gut klar, die Arbeit macht mit Spaß.
Verantwortung: Offiziell habe ich keine Führungspositionen. Unser Chefredakteur meinte allerdings, wenn wir mehr als zwei wären, hätte er mich schon längst zum Redaktionsleiter ernannt.
Momentanes Gehalt: 3500 Euro brutto. Die letzte Erhöhung bekam ich vor zwei Jahren mit 200 Euro. Allerdings ungefragt. Davor gab es jahrelang keine Gehaltserhöhung.
Was meint ihr, wie viel kann ich verlangen? Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich nach den letzten 200 Euro nun immer mehr und mehr will, aber ich finde, dass ich viel trage und das entsprechend auch finanziell wertgeschätzt werden sollte. Von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und dass alles immer teurer wird, brauche ich nicht anzufangen.
Posted May 13, 2026, 6:36 PM UTC