Arme Familien bleiben arm, weil sie ihre vermeintlich erfolgbringenden Wertvorstellungen weitergeben
„Das musst du dir erst verdienen“, ist so die erste, die mir da einfällt und auch wenn das irgendwo stimmt, wird es in den unsinnigsten Situationen benutzt. Klar muss man sich was verdienen, aber man muss auch den Standard hochsetzen.
Viele Eltern denken, dass sich ihre Kinder irgendwann auf ihren Stand hocharbeiten müssen, aber das ist zu kleingeistig. Die Kinder sollen besser werden als ihre Eltern, darum geht es. Es bringt nichts, wenn die Eltern einem kommen mit „Das musst du dir erarbeiten.“ und dann gehts um sowas wie das „schöne“ Auto des Vaters benutzen zu dürfen. Ne Helmut, dein Skoda Octavia ist etwas was DU dir erarbeiten musstest, weil du wirklich aus dem untersten Ende der Unterschicht kommst, für jeden normalen Menschen ist das einfach nur ein günstiges Mittelklasse Auto. Nichts Besonderes, was du jetzt gate keepen musst. Ich hab das Gefühl gerade bei Autos sind Eltern so, das ist crazy.
Das einzige was man dem Kind damit vermittelt ist „Das Auto ist viel Wert, wenn du sowas kaufen kannst, hast du es geschafft.“. Ähnlich wie ein Abi als was Besonderes, statt einfach nur als Basis für allgemeines Grundwissen was jeder haben sollte zu sehen.
Der Standard muss hoch. Wenn solche Sachen als selbstverständlich gesehen werden, dann schauen sich die Kinder nach größeren Zielen um. Für ihre Ziele arbeiten müssen die sowieso früher oder später. Als Eltern kann man aber den Standard setzen für Dinge die normal und Dinge die erstrebenswert sind. Wenn man seinen eigenen Lebensstil immer als erstrebenswert verkauft, orientiert sich das Kind daran und wird genauso erfolglos wie man selbst.
Posted Jun 6, 2026, 9:38 PM UTC