Emotionales Dilemma - Ich weiß nicht mehr weiter.

Hallo zusammen,

kurz zu mir: Ich bin 30, männlich und seit März in meiner ersten Beziehung. Vorher hat es nie geklappt, auch weil ich während meiner kompletten 20er stark übergewichtig war. Dadurch hatte ich ein sehr geringes Selbstwertgefühl, wenig Selbstbewusstsein und habe mich die letzten zehn Jahre ziemlich isoliert.

Ende letzten Jahres habe ich beschlossen abzunehmen und das auch geschafft. Danach lief es plötzlich auch deutlich besser mit dem Frauenkontakt.

Auf der Arbeit habe ich eine Kollegin kennengelernt. Sie ist 22 und damit deutlich jünger als ich, aber wir haben uns sofort sehr gut verstanden und sind seit Mitte März ein Paar. Ehrlich gesagt fand ich Beziehungen mit größerem Altersunterschied früher immer etwas seltsam, deshalb war ich anfangs skeptisch. Ich stehe beruflich schon mitten im Leben, während sie noch bei ihren Eltern wohnt, einen Aushilfsjob hat und bald studieren möchte. Trotzdem habe ich mich nach etwa einem Monat Dating auf die Beziehung eingelassen, weil die Situation für mich völlig neu war und ich einfach überwältigt davon war, dass sich endlich eine Frau für mich interessiert.

Schon während der Datingphase erzählte sie mir, dass sie an Endometriose leidet, außerdem besteht der Verdacht auf Adenomyose und PMDS (eine deutlich verstärkte Form der typischen Menstruationsbeschwerden vor und während der Periode die auch die Psyche schwer belastet). Damals dachte ich schon kurz: "Ich hoffe, das wird in einer Beziehung nicht zu schwierig."

Leider haben sich diese Sorgen bestätigt. Sie leidet extrem unter den körperlichen Schmerzen und den psychischen Auswirkungen, besonders rund um ihre Periode. Natürlich möchte ich für sie da sein, aber ich merke inzwischen, wie sehr mich das selbst belastet. Ich reagiere auf Stress schon immer mit Magen-Darm-Beschwerden, und seit wir zusammen sind, ist das so schlimm wie noch nie. Mein Arzt hat mir sogar Pantoprazol verschrieben, damit sich mein Magen etwas beruhigt.

Durch ihren sehr kurzen Zyklus hat sie gefühlt alle zwei Wochen ihre Periode und ist dadurch fast dauerhaft von Schmerzen und psychischen Beschwerden betroffen. Mittlerweile habe ich teilweise Angst, ihre Nachrichten zu öffnen, weil ich befürchte, dass es ihr wieder sehr schlecht geht.

Mir ist bewusst, dass sie diejenige ist, die am meisten leidet. Trotzdem frage ich mich inzwischen, ob ich das langfristig aushalte.

Viele würden wahrscheinlich sagen: "Dann trenn dich eben, ihr seid erst ein paar Monate zusammen." Das Problem ist, dass sie vorher sehr einsam war, kaum Freunde hat und auch zu ihrer Familie keinen besonders guten Draht. Ich bin mittlerweile ihre einzige emotionale Stütze. Es würde mir unglaublich wehtun, mich zu trennen, weil ich das Gefühl habe, dass diese Beziehung für sie ein wichtiger Hoffnungsschimmer im Umgang mit ihren chronischen Erkrankungen ist.

Gleichzeitig weiß ich selbst nicht, wie lange ich das noch durchhalte. Ich werde ständig mit Sorgen konfrontiert, weiß nicht mehr, wie ich ihr helfen kann, und fühle mich einfach nur machtlos. Diese dauerhafte Belastung schlägt mir inzwischen so auf den Magen, dass ich teilweise kaum arbeiten kann.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Manchmal wünsche ich mir, es wäre bei einem kurzen Flirt geblieben und wir hätten uns nie so intensiv kennengelernt. Dann wäre ich jetzt nicht in diesem Dilemma.

Ich habe auch manchmal irgendwie das Gefühl, ich bin durch diese lange Isolation in den 20ern für eine Beziehung nicht gemacht. Manchmal stresst mich schon alleine der Gedanke, dass sie mich wieder besuchen kommt.

Posted Jul 6, 2026, 1:25 PM UTC

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