Realitätscheck – BIDA?
Ich (M37) und sie (W27) führten bis Anfang des Jahres eine Beziehung, die Anfang 2023 begann. Wir lernten uns auf der Arbeit kennen und irgendwann machte ich den ersten Schritt und lud sie zu einem Treffen ein. Wir saßen an einem Fluss in der Stadt, redeten viel und verstanden uns auf Anhieb. Anschließend fuhren wir gemeinsam mit einem Roller durch die Stadt und hatten einen schönen Tag. Am Abend brachte ich sie nach Hause, küsste sie zum Abschied und fuhr mit einem guten Gefühl nach Hause.
Rückblickend begann an diesem Tag unsere Beziehung. Die erste Zeit war unglaublich schön und harmonisch – vermutlich auch wegen der rosaroten Brille.
Nach einiger Zeit begann sie Dinge zu sagen wie: „Ich bereite mich schon mal darauf vor, dass du die Beziehung bald beendest.“ Gleichzeitig wurde sie immer zurückhaltender, obwohl ich ihr nie Anzeichen dafür gegeben hatte, dass ich Schluss machen wollte. Für mich als eher vermeidendem Bindungstyp war das ein Grund, ebenfalls vorsichtiger und zurückhaltender zu werden. Dadurch litt die Harmonie und Leichtigkeit unserer Beziehung deutlich. Trotzdem fanden wir durch Gespräche und gemeinsame Unternehmungen immer wieder zueinander.
Ihr Verhalten wirkte auf mich oft ambivalent – entweder war sie mir sehr nah oder sehr distanziert und abweisend. Das überforderte mich zunehmend und ich zog mich immer weiter zurück, bis sie Anfang 2025 die Beziehung beendete, indem sie all meine Sachen in mein offenes Auto legte. Für sie war die Beziehung damit wortlos beendet. Vorausgegangen waren etwa zwei Wochen mit wenig Kontakt.
Zu dieser Zeit sagte ich ihr bereits, dass ich psychisch angeschlagen sei und alte Beziehungsmuster bei mir getriggert würden. Zusätzlich absolvierte ich mehrere Fortbildungen und konzentrierte mich stark auf meine Arbeit.
Nach zwei Wochen Funkstille machte ich den ersten Schritt und bat um ein klärendes Gespräch. Ich wollte an der Beziehung arbeiten und sie fortführen. Das taten wir auch. Es harmonierte wieder zwischen uns, wir unternahmen viel gemeinsam und machten mehrere Urlaube, die unser Vertrauen zueinander stärkten.
Während eines dieser Urlaube sagte sie plötzlich aus dem Nichts, sie sei schwanger. Im ersten Moment überforderte mich diese Aussage sehr. Wir stritten uns, weil ich fragte, warum sie das ausgerechnet am ersten Urlaubstag ansprach und nicht schon vorher zu Hause. Ich hatte das Gefühl, dass dadurch unnötiger Stress entstand. Sie konnte meine Reaktion überhaupt nicht nachvollziehen und beleidigte mich als „Hurensohn“. Das trug natürlich nicht zur Entspannung der Situation bei.
Nachdem ich mich gesammelt hatte, ging ich los und kaufte mehrere Schwangerschaftstests, um Klarheit zu bekommen. Ich verstand in diesem Moment auch nicht, warum sie das nicht bereits selbst getan hatte, bevor sie sagte, sie sei schwanger. Alle Tests waren negativ. Im Laufe des Urlaubs versöhnten wir uns wieder und machten das Beste daraus. Trotzdem litt mein Vertrauen. Auch die Beleidigung beschäftigte mich noch lange. Für sie war das allerdings kein großes Thema, da sie meinte, sie habe es nur so vor sich hingesagt und nicht direkt zu mir.
Wir arbeiteten diesen Vorfall irgendwie auf und führten die Beziehung weiter. Es gab wieder viele schöne und harmonische Momente, allerdings fühlte sich die Beziehung für mich nie wieder so leicht an wie zuvor.
Ende 2025 machten wir gemeinsam einen Skiurlaub. Dort verhielt sie sich mir gegenüber sehr kühl und abweisend. Sie nahm beispielsweise lieber Hilfe von fremden Menschen an als von mir, zeigte mir häufig die kalte Schulter und wir wirkten eher wie Freunde als wie ein Paar.
Am Abend eskalierte die Situation. Ich fühlte mich durch ihr Verhalten wie ein Fremder und wir stritten uns. Wütend fuhren wir zurück in unser Apartment. Dort angekommen ging sie direkt ins Schlafzimmer und schlief bis etwa 2 Uhr nachts, während ich im Wohnbereich Essen kochte, alleine aß und schließlich auf dem Sofa einschlief. Ich machte in dieser Nacht alles mit mir selbst aus.
Rückblickend hatte ich zu diesem Zeitpunkt vermutlich einen Nervenzusammenbruch. Am nächsten Morgen machte ich ihr viele Vorwürfe und wir stritten erneut. Daraufhin entschied ich, den Urlaub abzubrechen und nach Hause zu fahren.
Zu Hause angekommen setzte sie mich ab. Ab diesem Zeitpunkt sahen wir uns nicht mehr. Sie beendete die Beziehung erneut wortlos, ging anschließend für vier Monate auf Kur und war für mich nicht mehr erreichbar.
Sie wirft mir bis heute vor, ich sei ein Narzisst und beziehungsunfähig. Ich glaube durchaus, dass ich mir im Laufe der Beziehung einige narzisstisch wirkende Schutzmechanismen angeeignet habe. Ich halte mich jedoch nicht für einen Narzissten. Dafür bin ich meiner Meinung nach zu selbstkritisch und empathisch.
Ich kümmere mich liebevoll um meine Haustiere und aus meinem Umfeld hat mir noch nie jemand etwas Vergleichbares gesagt. Im Gegenteil: Viele beschreiben mich als reflektierten, empathischen und hilfsbereiten Menschen – manche sogar als einen der nettesten Menschen, die sie kennen.
Diese Beziehung hat mich psychisch sehr belastet. Ich versuche seitdem zu verstehen, was passiert ist, welche Fehler ich gemacht habe und woran ich arbeiten sollte. Deshalb interessiert mich eure ehrliche Meinung.
Bin ich ein Narzisst?
Diese Frage beschäftigt mich momentan am meisten.
Vielen Dank schon einmal für alles, was kommt. 😅
Posted Jul 6, 2026, 9:06 PM UTC