Mein Mann distanziert sich von mir
Vorgeschichte
Mein Mann (36) und ich (25) unverheiratet haben einen gemeinsamen 1jährigen Sohn. In einer Beziehung sind wir seit 4 Jahren. Wir waren eigentlich immer auf einer Wellenlänge, wollten schnell zusammenziehen, hatten gemeinsame Träume und Vorstellung einer schönen Familie. Und viele Länder bereisen. Wir haben praktisch unsere gesamte Zukunft geplant. Ich komme aus einer sehr wohlhabende Gegend, er eher aus einer ärmlichen Familie. Er war deshalb viel auf Reisen und machte ein Work & Travel, um etwas anderes zu sehen als nur Schweinemastbetriebe und ein heruntergekommener Hof. Seine Eltern haben sich scheiden lassen, dafür musste er zurückkommen aus China und das regeln für seinen Bruder und so weiter. Mit einer riesigen Verantwortung, wo es auch um viel Geld ging (lange Geschichte). Sein gesamtes Umfeld ist geprägt von getrennten Ehen und Kuck-Kuckskindern oder Affären. Er hatte eigentlich nie eine richtige Familie gehabt, was ihn bis Heute so verfolgt. Ich komme hingegen aus einer sehr „heilen“ Welt, jedes Kind hatte seinen Vater und seine Mutter (ausser ein Nachbar) und es gehörte immer ein Haus und ein Garten dazu.
Als wir gerade zusammen kamen, wurde ich schwanger von ihm und dieses Kind habe ich abgetrieben. Danach hatte ich es sehr bereut und ich habe mich extrem lange damit beschäftigt. Ich machte klar, dass ich das nie wieder tun werde. Ich bekam nach meiner Ausbildung (halbes Jahr später) ein Festjob, wir zogen gemeinsam in eine Wohnung unserer Traumstadt (Kleinstadt) und ich probierte eine neue Verhütungsmethode: Hormonpflaster. Ich vertrug das sehr gut bis ich meinen allerersten Arbeitstag hatte und mich dauernd nur übergeben und mein Mann mich abholen musste. Ich setzte sie sofort ab, denn mir war es auch sehr wichtig, meinen Arbeitsplatz zu sichern und ich war mitten in der Probezeit. Ich probierte Verhütungsring aus, da wurde mir auch von übel und na ja, Kondom kam für ihn nicht infrage…
Also verhüteten wir irgendwann gar nicht mehr. Was für ihn gar nicht ging. Er lehnte mich komplett ab, seine Arbeit begann zeitgleich ihm nicht mehr gut zu tun und ich wurde praktisch nur noch ignoriert. Im Bett drehte er sich immer von mir weg, er hatte Sorge, dass ich wieder schwanger werde. Mir war es egal, denn ich konnte mit ihn mir schon vorstellen, Eltern zu werden. Wir hatten immer unsere gemeinsamen Hobbys, wir hatten immer dieselben Ziele… Immer konnte er sich nicht von mir distanzieren bei meinen Verführungsversuchen, und nach zwei Jahren bin ich dann schwanger geworden.
Anstatt Mitverantwortung zu tragen, wollte er nie etwas davon hören. Ich durfte mit ihm nie über das Thema sprechen. Er ließ mich damit komplett alleine bis er erfuhr, dass die Freundin seines Bruder zeitgleich auch ein Kind erwartet. Plötzlich zeigte er deutlich mehr Interesse daran und besorgte auch Kinderwagen, Kindersitze und Bettchen, Fahrradanhänger, was ihm ganz wichtig war usw.
Wir hatten bis zur Geburt auch noch weiter regelmäßig Sex.
Als der Kleine geboren wurde (knapp 1 Jahr später), kümmerte er sich total viel um uns. Er wickelte immer den Kleinen, freute sich immer, wenn er von der Arbeit kam und den Kleinen sehen kann, er liebt ihn abgöttisch. Eigentlich schon fast mehr als mich, aber als der Kleine dann 1 Monat alt war, war mein Mann schon aufgeregt zu wissen, ob ich wieder GV haben kann (er hätte fast schon noch ein Kind zeugen können, ich ehrlich gesagt wäre auch gerne nochmal schwanger geworden, aber ich wollte auf mein Körper hören und das wäre auch nicht gut für unseren Sohn in seiner Entwicklung gewesen. So war mein Mann auch eingestellt, also wir waren strukturell immer oft auf einem Nenner).
Worum es eigentlich geht
Ich bekam die Minipille verschrieben und theoretisch hätten wir wieder direkt starten können, aber ich wollte nicht. Mein Körper schüttete nichts aus. Ich war absolut trocken und ich hatte auch einfach keine Libido. Mein Mann verstand das nicht, weil meine Ärztin eigentlich sagte, dass unten alles verheilt ist und meine Hebamme auch bestätigte, dass meine Rückbildung extrem schnell war. Aber dass dazu auch der Hormonhaushalt und das ganze Stillen mitspielt, verstand er null.
Ich war ständig den ganzen Tag nur am Stillen und Schlafen, ich konnte kaum was anderes. Unser Sohn hatte auch ziemlich großen Stillbedarf. Es hatte definitiv große Auswirkung auf meine Libido. Denn 10 Monate später, wo ich ihn beibrachte, in seinem Bettchen zu schlafen und mehr Beikost zu essen, kam meine Libido schlagartig wieder. Mein Mann glaubt mir das aber nicht. Er bezog meine Distanz komplett auf sich und seine Attraktivität und nimmt mir das auch seit dem immer zum Vorwurf. Ich habe ihn das so oft erklärt, dass ich ihn liebe und versuche ihm das oft auch zu zeigen, wenn ich sein Lieblingsessen gekocht habe, ihn kraule (wo er sagte, es wäre eine Alternative, aber auch das reichte irgendwann nicht mehr)… Es baute sich immer weiter auf, dass er inzwischen sagt, ich hätte ihn ausgenutzt für ein Kind („abgemolken“), um ihn dann wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Es hat mich so sehr verletzt, als ich das hörte…
Durch diese ganze Situation wollte ich dann auch nicht mehr trotz meiner Libido mit ihm schlafen, weil er es nur als „Mitleidssex“ betiteln würde. Das Vertrauen ist einfach komplett verloren gegangen unter uns beiden… Er sieht die Beziehung als lieblos und schläft nun auf dem Sofa und ignoriert mich. Er will mit mir nichts mehr zu tun haben. Er trennt sich auch nicht von mir wegen dem Kind, aber ich suche mir für uns schon eine neue Wohnung.
Das Schlimme, womit ich einfach nicht zurechtkomme, ist seine falsche Annahme, dass ich ihn nicht liebe oder unattraktiv finden würde. Wenn es so wäre, käme ich damit deutlich besser zurecht, aber so will mein innerer Monk ihm versuchen, die Augen zu öffnen… Paartherapie, sagt er, sei er froh, dass er da nicht hingegangen wäre. Ich bin das wohl nicht wert…
Posted Jul 8, 2026, 9:26 AM UTC