Frage zur Jagdverhaltenskette
Man liest immer wieder, man solle keine Hetz- oder Zerrspiele machen, weil das Teil der Jagdverhaltenskette ist und Jagdverhalten fördert. Empfohlen wird stattdessen Nasenarbeit oder Mantrailing.
Als ich mir die Kette mal genauer angeschaut habe, ist mir aufgefallen: Suchen/Stöbern steht ganz am Anfang der Kette. Und Nasenarbeit läuft nicht nur durchs Suchen - beim Eingrenzen der Duftquelle und Hinwenden ist man im Fixieren/Orientieren, und die letzten Meter zur Quelle (langsamer werden, anzeigen, beim Vorstehhund das Vorstehen) sehen stark nach Anschleichen aus. Also die komplette vordere Hälfte der Kette.
Daher meine ehrliche Frage: Wenn das Argument gegen Zerren/Hetzen lautet "das ist Teil der Jagdkette" - müsste das Nasenarbeit dann nicht genauso treffen? Oder liegt die relevante Grenze woanders, z.B. bei Erregungsniveau, Unterbrechbarkeit, und ob man die Kette vor dem Fangen/Töten abbricht?
Wie begründet ihr, dass das eine okay ist und das andere nicht? Und macht die Rasse und der individuelle Jagdtrieb den Unterschied?
TL;DR: Nasenarbeit deckt eigentlich die halbe Jagdverhaltenskette ab. Warum gilt sie als unbedenklich und Zerr-/Hetzspiele nicht?
Posted Jul 8, 2026, 11:58 AM UTC