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The Competition: Blancpain Fifty Fathoms Concept 2000 vs IWC GST Aquatimer vs Rolex Sea-Dweller 4000

Vintage

Die Competition:

Ende der 1990er Jahre tummelten sich eine Menge Luxus-Taucheruhren auf dem Markt: Rolex Submariner, Rolex Sea-Dweller, Omega Seamaster, IWC Aquatimer und nicht zuletzt auch die nach längerer Abwesenheit 1997 auf den Markt zurückgekehrte Blancpain Fifty Fathoms, um nur einige wenige zu nennen.
Mit der Blancpain Fifty Fathoms Concept 2000 und der IWC GST Aquatimer befinden sich zwei der damaligen Hauptkonkurrenten der Rolex Sea-Dweller in meiner Sammlung – was eine gute Gelegenheit für einen direkten Vergleich bietet und diese Gelegenheit will ich dann auch wahrnehmen.

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Meine Rolex Sea-Dweller wurde am 19. Januar 2009 dem Erstbesitzer übergeben, die Blancpain Fifty Fathoms Concept 2000 im Juli 2006 und die IWC GST Aquatimer am 7. November 1998. Nominell ist die Rolex damit die Jüngste im Bunde, technisch ist sie allerdings älter als ihre Konkurrenten – in den Markt eingeführt wurde der Nachfolger der 16660 nämlich bereits 1988.
Die hier gezeigte Uhr bringt zwar schon alle Verbesserungen mit, die in die 20 Jahre lang währende Produktion einflossen, in einigen Details kann sie ihr Alter dann aber doch nicht verbergen.
Beim Armband zum Beispiel. Grundsätzlich ist das massive Oyster-Band sehr gut, es ist sauber verarbeitet, die Flanken astrein poliert und die Oberseiten sauber gebürstet. Trotzdem verliert das Band gegen das legendäre X-71 der Fifty Fathoms und beide haben das Nachsehen gegenüber dem genialen Armband der IWC. Die von der IWC verwendeten und von der in Monteggio im schweizerischen Tessin ansäßigen Brogioli SA gefertigten Armbänder sind allerdings von niemandem zu schlagen, da gibt es auf der Welt nichts besseres.

Auch bei der Schließe liegt die Sea-Dweller hinten. Eine simple Faltschliesse aus gepresstem Blech tritt hier gegen eine aus dem vollen gefräste und mit Tastenverschluss ausgestattete Faltschliesse aus Stahl – oder, je nach Referenz, Titan – bei der IWC und eine filigrane Schmetterlingsschliesse aus Stahl und glasfaserverstärktem Kautschuk bei der Blancpain an. Die Schliesse der Rolex wirkt hier deutlich weniger hochwertig.
Werden die Uhren aber ihrer Bestimmung nach verwendet, dann kann die Rolex mit der in die Schließe integrierten Taucherverlängerung punkten. Der Taucher mit der IWC müsste erst ein paar der reichlich mitgelieferten Bandglieder oder das optionale Velcro-Band aus Nylon montieren, was allerdings sehr leicht und schnell vonstatten geht, um die Uhr über dem Neopren-Anzug tragen zu können. Auch dem Blancpain Taucher bliebe nichts anderen übrig als evtl. vorhandene zusätzliche Bandglieder einschrauben oder mit halboffenen Schließe auf Tauchgang zu gehen – beides eher suboptimale Lösungen.

Die Gehäuse aller drei Uhren sind ebenso fantastisch verarbeitet wie ihre Saphirgläser und die Zifferblätter. Die Rolex ist in diesem Trio aber die einzige, die ein automatisches Helium-Ventil mitbringt, was dem professionellen Sättigungstaucher eine gewisse Sicherheit und auch ein wenig Komfort bietet. Laut IWC kann bei der Aquatimer auf ein Helium-Ventil verzichtet werden, da die Uhr derart massiv gebaut ist, dass auch nach langen Aufenthalten in großer Tiefe und in der Taucherglocke das Glas nicht herausgesprengt wird. Die Blancpain gibt sich in dieser Hinsicht keine Mühe. Die erste Uhr aus Jean-Claude Bivers „Fusion“ Reihe erhebt überhaupt nicht den Anspruch, eine professionelle Taucheruhr zu sein.

Kommen wir zur Lünette. Hier gewinnt ganz klar die IWC. Das vom Vorgänger Ocean 2000 übernommene System ist den beiden anderen Uhren im Komfort und Sanftheit der Action weit überlegen, auch wenn die Blancpain und die Rolex mit 120 Klicks aufwarten und die IWC mit nur 60 Klicks gröber ist.

Rolex und Blancpain kommen mit echten Inhouse-Kalibern, die IWC schleppt das Manko mit sich, dass „nur“ ein ETA 2892-A2 in ihr arbeitet. Diese ETA wurde aber als vergoldete Ebauches in Schaffhausen angeliefert, dort in der hauseigenen Manufaktur dann mit eigener Hemmungsgruppe, Federhaus und 18 Karat Massivgoldrotor mit Rubinlagerung komplettiert und nach strengen hauseigenen Standards reguliert – jedenfalls bis Georges Kern das Ruder übernahm…
Das Kaliber 3135 der Rolex kommt schmuckloser, dafür aber mit Superlative Chronometer Zertifikat daher und tut seine Arbeit unauffällig und zuverlässig.
Das schönste Uhrwerk hat die Blancpain, das von Frédéric Piguet gebaute Blancpain Kaliber 1151 ist reich verziert, was hinter dem Stahlboden allerdings nicht zur Geltung kommt. Technisch ist das BP1151 am wenigsten reizvoll, die Unruh der Uhr oszilliert nur mit 3 Hertz, es hat keinen Sekundenstopp, bringt dafür aber 100 Stunden Gangreserve mit.

Fazit:

Alle drei Uhren sind absolut makellos. Für mich hat die IWC die Nase vorn; die Verarbeitungsqualität und die Ablesbarkeit, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen, sind noch einen Hauch besser als bei der Rolex und der Blancpain – und dann ist da noch dieses fabelhafte Armband.

Trotz kleiner Schwächen ist die alte Sea-Dweller eine großartige Uhr und erreicht in meinem rein subjektivem Ranking Platz 2. Im direkten Vergleich mit ihren damaligen Konkurrenten sticht sie nicht hervor, muss sich aber auch nicht verstecken.

Die Fifty Fathoms belegt einen sehr respektablen dritten Platz. Sie ist eher ein Schmuckstück als ein Werkzeug und nicht wirklich als „richtige“ Taucheruhr konzipiert – obwohl natürlich keine der drei Uhren die aktuellen Normen DIN 8306 oder ISO 6425 erfüllt.

Alles in allem bin ich mit allen dreien mehr als zufrieden und bereue den Kauf keiner einzigen davon.

Posted Jul 11, 2026, 1:18 PM UTC

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