Übertriebene Begriffsverbote Schaden unserem Diskurs

genervt

Wir hatten hier gerade ein juristisches Seminar. Da ging es auch um den Begriff „ jedem das seine“. Und heute gab es böse Mails der Compliance Abteilung. Verbreitung von rechtem Gedankengut und so weiter…

Ich könnte bei so einem Quatsch Löcher in die Wand schlagen. Jedes Mal das Gleiche und von Leuten gar keine Ahnung von der Materie haben.

„Jedem das seine“ ist ein etabliertes geflügeltes Wort und Fachbegriff in der Philosophie. Findet sich schon bei Platon und Aristoteles später bei den Römern als konstituierendes Element eines gerechten Staates „suum cuique distribuit“.
Später quasi bei allen deutschen und französischen Philosophen.

Nur weil jemand in einem Lager die Häftlinge verhöhnen möchte, in dem er eine politiktheoretischen Losung eines gerechten Staates dort anbringt, macht es das nicht zu einem rechten und extremen Spruch.

Also, „die Würde des Menschen ist unantastbar“ bleibt genauso wichtig für unseren Staat, egal welche Deppen es verunglimpfen wollen.
Deswegen findet sich „suum cuique“ sogar im Grundgesetz und Eid: Gerechtigkeit gegen Jedermann üben

Also: es war kein zentraler Spruch der NS, sondern wurde in einigen Fällen im Hohn verwendet. Es ist eines der Grundsätze der Staats- und Rechtsphilosophie (Was unterscheidet Staat von einer Räuberbande? - Vgl. „Alexander der Große und der Seeräuber“. Cicero de res publica ; Bellum iustum Theorie etc)

Wenn wir über die wichtigsten Argumente zur Legitimation von Nationalstaaten nicht mehr reden können, dem wichtigsten Argument, gegen das Recht des Stärkeren und die Abkehr vom internationalen Recht, dann weiß ich auch nicht mehr.
Letztens im Deutschlandfunk war auch so ein Bericht darüber drüber. „ nie mehr sollte man diesen Satz sagen.“ Alter 🤦‍♂️

Posted Jul 21, 2026, 3:17 PM UTC

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