Essstörung als Mann - traue mich nicht, darüber zu sprechen

Suche nach Rat :Tristan_Frage:

Es ist mir total unangenehm, darüber zu sprechen. Ich bin ein 25-jähriger Mann und struggle mein ganzes Leben lang mit meinem Körper.

In meiner Jugend war ich untergewichtig und hatte extreme Probleme mit dem Essen. Teilweise hatte ich so große Angst davor, dass ich gar nichts mehr essen wollte und, wenn überhaupt, dann nur unter Tränen sowie voller Selbsthass und Ekel.

Mit 18 hat sich das dann etwas gebessert und ich war ein paar Jahre im Normalgewicht. Letzten Sommer hatte ich schließlich mein bisher höchstes Gewicht erreicht und habe mich unfassbar unwohl gefühlt. Daraufhin habe ich innerhalb kurzer Zeit ungefähr 20 kg wieder abgenommen.

Aktuell bin ich zwar „nur“ an der Grenze zum Untergewicht, aber ich habe panische Angst davor, zuzunehmen, und kann nicht essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Es belastet mich jeden Tag und wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich nur eine unfassbar dicke Person.

Ja, ich weiß, Sport ist angeblich ein „Allheilmittel“. Das liest man überall und jeder sagt mir das. Aber ich habe sogar Angst vor Muskeln, weil sie die Zahl auf der Waage erhöhen. Und sobald ich wieder mit Sport anfange, höre ich jedes Mal komplett auf zu essen, damit es sich „lohnt“ und ich noch schneller Gewicht verliere.

Ich bin seit Jahren in Therapie und kann mit meiner Therapeutin eigentlich über alles reden. Nur dieses Thema traue ich mich nicht anzusprechen, weil ich Angst habe, dass sie mich nicht ernst nimmt, da ich ja „nur“ leicht untergewichtig bin. Wir hatten das Thema einmal kurz angeschnitten, aber da meinte sie nur, dass ich einfach Sport machen solle, um mich wohler zu fühlen.

Ich fühle mich von allen unverstanden.

Meine Schwester war früher anorektisch und da sind alle quasi komplett eskaliert und haben sich große Sorgen gemacht. Ja, ich will einfach nur gesehen werden ... nennt es Aufmerksamkeit, ich habe doch keine Ahnung.

Meine beste Freundin ist übergewichtig und extrem unsicher mit ihrem Körper. Mit ihr möchte ich nicht darüber reden, weil es sie vielleicht indirekt verletzen könnte. Mein anderer Kumpel zeigt für das Thema leider wenig Verständnis.

Ich weiß einfach nicht, wie ich da wieder rauskommen soll. Ich denke mir dann auch immer, dass es ja nicht so schlimm sein kann, weil es mir körperlich noch gut geht und ich, abgesehen von Kreislaufproblemen, keine weiteren Symptome habe. Außerdem denke ich, dass ich keine Hilfe bzw. Recovery verdient habe, weil ich noch viel zu viel Körperfett habe.

Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, eventuell sogar als Mann, und kann ein bisschen von seinen Erfahrungen oder Gedanken berichten.

Posted Aug 4, 2026, 8:51 AM UTC

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