Gestörtes Verhältnis zu Sex
Hallo,
es wird hier um ein für mich schwieriges Thema gehen und ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr euch nicht darüber lustig macht. Witze oder Aussagen wie "stell dich nicht so an" oder "hätte ich an deiner Stelle geil gefunden" sind das letzte, was ich brauche.
Ich bin 24, biologisch männlich, kann aber auch sein, dass ich nonbinär bin.
Ich hatte von Anfang an ein komisches Verhältnis zu Sex und kann nicht einordnen, ob ich einfach asexuell bin oder ob das mit bestimmten Erlebnissen zu tun hat, die ich hatte.
Mein sexuelles Interesse und meine Libido waren immer gering ausgeprägt und selbst wenn ich denke, ich möchte Sex haben, fühle ich mich in der Situation überfordert oder von mir selbst angewidert. Bei SB dasselbe Problem. Ich schäme mich anschließend für meine Fantasien und Handlungen und ekle mich vor mir selbst, auch wenn ich es objektiv betrachtet nicht falsch finde.
Ich hatte ein paar fragwürdige sexuelle Situationen und frage mich, ob die mich irgendwie geprägt haben könnten.
Meine Mutter ist Alkoholikerin und war wenn sie getrunken hatte im Grunde immer ein anderer Mensch. Sie hat im betrunkenen Zustand immer mal Männer zu uns nach Hause eingeladen und auch mit denen Sex gehabt wenn ich zuhause war. Ich erinnere mich z. B. daran wie wir mit einem zusammen am Tisch saßen und sie beim Aufstehen ihr Kleid hochgezogen und ihn geflasht hat. Da war ich ungefähr 11. Als ich ca. 13 war, hatte sie einen betrunkenen Typen bei sich zuhause, der mir irgendeine Geschichte erzählt hat, in der es darum ging, wie er im Park gepisst hat und irgendwelche Kinder ihn dabei beobachtet haben und die Größe von seinem Schwanz kommentiert haben. Meine Mutter hat ihn dann unterbrochen und gesagt, er solle in meiner Gegenwart nicht über sowas reden. Als ich ca. 14 war, ist sie mit ihrem Freund ins Badezimmer gegangen, um da Sex zu haben, was ich natürlich mitbekommen habe. Sie hat außerdem als ich jünger war, so spätes Grundschulalter ungefähr, am Telefon mit Männern explizit über Sex gesprochen (ich denke nicht, dass ihr bewusst war, dass ich das hören konnte). Mein Weihnachtsgeschenk als ich zehn war hat sie durch Prostitution bezahlt, das hat sie mir ein paar Jahre später nebenbei erzählt.
Mit 14 hat sich im Zug mal neben mir einer einen runtergeholt.
Mit 16 ist mir in einer öffentlichen Toilette einer in die Kabine gefolgt und hat mich angefasst. Meine Freundin, die draußen gewartet hat, hat mich dazu überredet, zur Polizei zu gehen. Der lief noch da rum und ich konnte ihn identifizieren. Die Polizistin war richtig angepisst auf den, letztendlich wurde es aber nur als Beleidigung gewertet und es ist nichts weiter passiert.
Als ich 17 war, war ich ein paar Monate mit einem Mädchen zusammen, das mich nachts angefasst hat. Im Halbschlaf waren meine Hemmungen nicht so groß und ich habe dann mitgemacht und mich später, als ich wach war, scheiße gefühlt.
Ich hatte das letzte Mal mit 20 Sex und halte mich seitdem auch vom Thema Dating fern. Ich kann einfach nicht in Situationen sein, in denen mein Körper mich verraten und meine Hemmungen ausschalten könnte, weil ich weiß, dass ich es später bereuen würde. Dabei geht es mir nicht darum, keinen Sex haben zu wollen. Ich möchte einfach ein normales Verhältnis zu Sex haben, weiß aber nicht, wie.
Denkt ihr, ich bin einfach asexuell, oder haben die genannten Ereignisse potenziell schon gereicht, um dafür zu sorgen, dass ich jetzt ein gestörtes Verhältnis zu Sex habe?
Posted Aug 10, 2026, 4:21 PM UTC