Grainger nach Q2: 3 Zahlen zu Wachstum, Cashflow und Bewertung

W.W. Grainger verkauft Wartungs-, Sicherheits- und Industriebedarf. Klingt nicht nach Börsenparty, ist aber ein ziemlich effizientes Geschäft. Q2 war stark. Drei Zahlen sind für mich entscheidend:

  1. 5,02 Mrd. Dollar Umsatz, plus 10,3 %. Organisch und währungsbereinigt waren es sogar 13,7 %. Das High-Touch-Geschäft wuchs um 11,9 %, das Online-Sortiment um 13,5 %. Nachfrage ist also da.

  2. 333 Mio. Dollar freier Cashflow. Aus 444 Mio. operativem Cashflow wurden nach 111 Mio. Investitionen 333 Mio. Grainger gab mit Dividenden und Rückkäufen 341 Mio. an Aktionäre zurück. Praktisch der komplette Quartals-Cashflow ging wieder raus.

  3. Rund 34,6er-KGV und nur 2,2 % FCF-Rendite beim Kurs um 1.302 Dollar. Qualität ja, Sonderangebot eher nein.

Bullisch: Die operative Marge stieg auf 16,1 %, der Gewinn je Aktie um 20,5 % auf 12,01 Dollar. Zoro wuchs um 18,4 %, MonotaRO in lokaler Währung um 24 %. Das Management hob die Jahresprognose auf 45,50 bis 47,25 Dollar Gewinn je Aktie an. Hier laufen Volumen, Preis und operative Hebel gleichzeitig.

Kritisch: Rund 90 Basispunkte der Bruttomarge kamen aus einmaligen Zollerstattungen. Zusätzlich half bei MonotaRO ein Vorzieheffekt von etwa 45 Mio. Dollar. Für Q3 erwartet Grainger deshalb nur eine operative Marge im mittleren 15-Prozent-Bereich. Der Markt bezahlt also für saubere Ausführung, obwohl ein Teil der Q2-Qualität nicht wiederkommt. Bewertung ist halt sportlich.

Zahlen und Bewertung lassen sich hier selbst prüfen: Aktien-App

Ist Grainger für euch ein Qualitätswert, bei dem man das hohe KGV akzeptiert, oder wird hier ein gutes Quartal zu großzügig hochgerechnet?

Keine Anlageberatung.

Posted Aug 12, 2026, 2:12 PM UTC

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