Umschulung im Bereich Gebäudeinstallation als Fachkraft für Veranstaltungstechnik?
Hallo zusammen,
ich habe vor zwei Jahren meine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik abgeschlossen, stehe kurz vor der Meisterprüfung und arbeite aktuell hauptsächlich als Lichttechnikerin, was auch so bleiben soll.
Weil Elektrotechnik gewissermaßen ein Steckenpferd von mir ist, ich da erheblich mehr Kenntnisse mitbringe, als in der Abschlussprüfung abgefragt werden und ich zum einen auch an Festinstallationen ran können möchte, zum anderen aber einen krisensicheren Plan B (evtl Richtung Windkraft) vorbereiten möchte, überlege ich, die Formalqualifikation Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik anzustreben.
Schonmal vorweg: mir ist klar, dass ich, um eigenverantwortlich Änderungen an Anlagen im Geltungsbereich der NAV vornehmen zu dürfen, ich eine Eintragung ins Installateursverzeichnis des Netzbetreibers brauche, mit allem was dazugehört (Elektromeister + TREI-Schein). Das ist nichts, was ich anstrebe.
Das, was ich anstrebe, ist, die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen, die ein Arbeitgeber nachgewiesen haben möchte, wenn er mich mit der Ausführung von Elektroinstallationsarbeiten (OHNE dafür zu unterschreiben) beauftragen möchte.
Kurzum: ich will die Qualifikation erlangen, die ich brauche, um als Elektrikerin arbeiten zu können.
Aktuell stelle ich mir das so vor, dass ich mich bei einem örtlichen Elektrobetrieb bewerbe und dann mit denen ein Übereinkommen in Richtung "ich arbeite da in Teilzeit für mindestens Mindestlohn und besuche in meiner Freizeit die Berufsschule oder lerne anderweitig, um dann an der Abschlussprüfung teilzunehmen und diese zu bestehen" finde. Denn aufgrund meiner Ausbildung bringe ich sehr viele Vorkenntnisse und auch begrenzte Praxiserfahrung mit (wer will, kann mal nach "igvw SQQ1" suchen, da steht drin, was an E-Technik in der Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik vorkommen muss), und da sehe ich es schlichtweg nicht ein, die Ausbildung regulär in Vollzeit mit Azubi-Gehalt zu machen und vielleicht um ein Jahr zu verkürzen.
Deswegen habe ich folgende Fragen:
- weil zur regulären Teilnahme an der AP ein eingetragenes Ausbildungsverhältnis nötig ist und das zu den Konditionen, die ich mir wünsche, wahrscheinlich nicht möglich ist: gibt es für Elektroniker:innen Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik eine Art Externenprüfung, zu der man auch zugelassen werden kann, wenn man die Ausbildung nicht als solche gemacht hat, aber Berufserfahrung nachweisen kann?
- ist meine Vorstellung, dass ein Unternehmen aus der Elektrobranche bereit wäre, mit mir einen entsprechenden, so unkonventionellen Arbeitsvertrag abzuschließen, überhaupt realistisch?
- ist die Formalqualifikation "Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik" überhaupt so allroundig, wie ich mir das vorstelle, oder würde da ein Unternehmen, das eher in Bereichen wie Windkraft oder Industrie arbeitet, sagen "falsche Fachrichtung, wir können dich nicht gebrauchen"?
- gibt es in diesem Bereich eine Art "zweiten Bildungsweg", den ich überhaupt nicht auf dem Schirm habe?
Posted Aug 12, 2026, 8:24 PM UTC