Kinderlosigkeit wird in Zukunft etwas ganz anderes bedeuten
Wenn man heute ein 70-jähriges kinderloses Paar fragt, ob es seine Entscheidung bereut, lebt es häufig trotzdem in einem großen Familiennetz: Geschwister, Nichten, Neffen, vielleicht sogar Großnichten und Großneffen.
Gerade Nichten und Neffen ermöglichen es, an der nächsten Generation teilzuhaben. Man sieht Kinder aufwachsen, begleitet sie ein Stück ihres Lebens und erlebt, wie die eigene Familie weitergeht. Natürlich ist das etwas völlig anderes als eigene Kinder zu haben, aber es kann trotzdem eine wichtige familiäre Verbindung zur nächsten Generation sein.
Konkretes Beispiel aus meinem Umfeld: Wenn beispielsweise zwei Schwestern die einzigen Kinder ihrer Eltern sind und beide kinderlos bleiben, gibt es nicht nur keine Kinder dieser beiden, sondern auch keine Nichten und Neffen.
Wenn sich solche Fälle häufen, wird das familiäre Netzwerk immer dünner. Ein kinderloser 70-Jähriger im Jahr 2066 könnte deshalb in einer völlig anderen sozialen Realität leben als ein kinderloser 70-Jähriger heute.
Es geht mir nicht darum, ob man Kinder haben sollte. Ich glaube nur, dass wir bei der Debatte über Kinderlosigkeit unterschätzen, wie wichtig es sein kann, zumindest über die erweiterte Familie an der nächsten Generation teilzuhaben.
Posted Aug 12, 2026, 8:27 PM UTC