Ich kann nicht mehr (Beruf, Selbstständigkeit)

Tipps/Vorschläge

Meinen Uniabschluss habe ich seit letztem Jahr. Seitdem bin ich finanziell mehr oder weniger verloren. Ich wollte schon immer unbedingt selbstständig sein und habe mir vorgenommen, vom Hamsterrad großen Abstand zu halten. Ich habe mehrere Projekte ausprobiert, gebe aber jedes Mal zu schnell auf, weil ich es einfach nicht mehr sehen kann. In meinem Kopf habe ich bestimmt schon 100 Geschäftsideen durchgespielt und meine Google-Suchen drehen sich im Kreis.

Dieses Mal ist es allerdings ernst. Ich habe letztes Jahr eine kleine Firma gekauft und mittlerweile das Projekt bis auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Irgendwann habe ich einfach beschlossen, dass ich mit den ganzen Schwankungen nicht umgehen kann, was Meta Ads usw. angeht. Auch dass ich dem Konzern ein durchschnittliches Monatsnettogehalt reinpumpe und selbst "nur" niedrig bis mittel dreistellig rausbekommen habe, ging mir gegen den Strich. Natürlich ist das so am Anfang und im Gegensatz zu vielen anderen, die neu im Game sind, habe ich wenigstens von Anfang an etwas Plus gemacht. Trotzdem habe ich nach einem knappen halben Jahr aufgegeben, weil ich an nichts anderes mehr denken konnte, als Break-Even zu sein. Generell konnte ich einen Tag nur genießen, wenn ich mindestens bei 0 war. Habe ich an einem Tag mal nichts verkauft, ist in mir direkt die Panik ausgebrochen.

Zwar könnte ich die Firma wiederbeleben, aber ich kriege es irgendwie einfach nicht hin mich ranzuhalten. Als wäre ich auch kreativ zu ausgelaugt, um weiter an Werbematerial zu basteln, das einschlägt und langfristig funktioniert. Das ist natürlich Quatsch, das weiß ich selbst. Befreien kann ich mich dennoch nicht. Ich weiß nicht, ob und inwiefern diese Blockade nur aus Angst besteht, wenngleich sie sich wie Lustlosigkeit anfühlt.

Zwischenzeitlich versuche ich es also doch intensiver mit der Jobsuche, finde jedoch einfach nichts. Letztens nach einem endlich echt gelungenen Online-Bewerbungsgespräch, war ich mir sicher, die nehmen mich. Ich hatte mich schon gefreut, finanziell endlich aus diesem Existenzminimum rauszukommen und nicht mehr jeden Cent umdrehen zu müssen. MMn war ich bestens auf alles vorbereitet und hatte echt gute Antworten parat. Habe auch interessiert gewirkt, aber eben nicht zu viel oder zu wenig.

Als dann die Absage kam, war ich wirklich wütend und enttäuscht. Und jetzt finde ich einfach nichts mehr, das passt. Gleichzeitig bin ich aber immer noch an meiner Selbstständigkeit interessiert, die für mich das einzig Wahre ist. Aber ich schaffe es einfach nicht und habe keine Kraft mehr. Leider bin ich nicht so belastbar, wie ich gedacht habe.

Außerdem muss ich um Elvanse herumplanen, die Tablette bestimmt mein Leben. Essen macht mir keinen Spaß und die Sache mit dem Schlaf laugt mich aus. Aber ohne geht eben überhaupt nicht.

Jetzt hatte ich nach längerem endlich Mal wieder die Motivation, nach einem neuen Geschäftsmodell Ausschau zu halten (ja, ich weiß, dass ich lieber an dem anderen Business arbeiten sollte) und jetzt ist es wie immer. Ich informiere mich intensiv und dann läuft es ohnehin ins Nichts. Zu wissen, dass ich in wenigen Wochen wieder das Interesse verlieren werde oder es mir zu viel wird, demotiviert mich wieder.

Natürlich weiß ich, dass solche negativen Vorhersagen mir nichts bringen und nur dafür sorgen, dass eben Negativszenario schließlich eintritt. Aber ich weiß nicht mehr, wie ich positiv bleiben soll.

Um mal wieder etwas Spaß in mein Leben zu bringen, habe ich versucht, etwas mehr zu lesen (und selbst zu schreiben), habe mich ab und zu ans Instrument gesetzt und male hin und wieder mal etwas. Gezielt mit der Intention, kein Geld damit verdienen zu wollen, sondern es "einfach so" zu tun. Zum großen Teil auch aufgrund der Angst, dass es mir mein Hobby versauen könnte, wenn ich es zu monetarisieren versuchen würde.

Ich sitze gerade einfach fest und sehe keinen Ausweg. Ging es hier jemandem schon so und was habt ihr gemacht, um aus diesem Loch herauszukommen?

Posted Aug 13, 2026, 4:51 PM UTC

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