15-Minuten-Städte sind kein innovatives Konzept

Im Zuge von Verkehrskollapsen und Klimawandel wird immer wieder das Konzept der 15-Minuten-Stadt vorgeschlagen: Alle Aktivitäten des Alltags wie Einkaufen, Dienstleistungen, Arbeit, Schule, Haltestellen und Bahnhöfe, etc... sollen alle innerhalb von 15 Minuten zu Fuß aus erreichbar sein. Mit dieser Idee soll CO2 eingespart werden und die Lebensqualität für vulnerablere Gruppen wie Ältere oder Behinderte, die nicht das Auto benutzen können, gesteigert werden. So weit so vernünftig, gefällt mir (wobei der Punkt Arbeit meiner Meinung nach niemals so umsetzbar sein wird wie andere). Die Ursprungsidee kommt aus den USA, in denen viel striktere Regelungen zur Trennung von Wohn- und Gewerbegebieten existieren. Das Land ist viel auto-zentrischer und eine solche Umgestaltung wäre tatsächlich revolutionär. Das gilt aber nicht für Europa: Das Grundrezept der 15-Minuten-Stadt existiert historisch bedingt schon seit Jahrhunderten und jedes Dorf hatte das Grundbedürfnis bis zu einem bestimmten Punkt autark zu sein. Unsere Dorf- und Stadtteilkerne bildeten das, worauf man zusteuern möchte. Es ist die Rückkehr eines Zieles, welches vor 50 Jahren durch die Einrichtung von Discountern und Supermärkten in der Stadtperipherie ins Wanken gebracht wurde. Wenn also ein neuer Stadtteil mit Innovation prahlt, da es alles 15 Minuten von dir entfernt ist, dann bedient man sich keiner Innovation, sondern Jahrhunderter alter Logik.

Posted Aug 13, 2026, 8:28 PM UTC

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