GenZ/Alpha - was ist los mit euch?
Eines vorweg: Natürlich sind nicht alle so. Aber wenn ich mir die Ansprüche anschaue, die teilweise völlig selbstverständlich vorgetragen werden, frage ich mich schon, wie diese Generation eigentlich glaubt, dass eine Gesellschaft funktionieren soll.
Studium: Nicht unbedingt das studieren, was einen interessiert oder worin man gut ist, sondern das, was aktuell am meisten Geld verspricht. Und dann wundert man sich über den nächsten Schweinezyklus.
Arbeiten: Möglichst 100 % Gehalt bei 60 % Arbeitszeit. Vollzeit ist für viele schon fast eine Zumutung. Überstunden? Auf keinen Fall. Karriere? Nur, solange sie keinerlei zusätzlichen Einsatz erfordert.
Gehalt: Am besten direkt nach dem Studium sechsstellige Gehälter, Homeoffice, 35 Urlaubstage und maximale Flexibilität weil „Guru auf TikTok sagt so“. Dass man dafür erst einmal Berufserfahrung und einen entsprechenden Mehrwert liefern muss, scheint teilweise eine Zumutung zu sein.
Wohnung: Zentral, groß, modern und bezahlbar. Dass Wohnraum knapp ist und man am Anfang vielleicht Kompromisse eingehen muss, wird gerne als gesellschaftliches Versagen betrachtet.
Sparen und Investieren: Wofür denn? Die Rente reicht eh nicht. Lieber heute YOLO machen, konsumieren und sich gegebenenfalls noch verschulden. Ein paar Jahre später wird sich dann darüber beschwert, dass Eigentum völlig unerreichbar geworden ist.
Dabei wird gerne ausgeblendet, dass langfristiges Sparen und der Zinseszinseffekt selbst mit einem durchschnittlichen oder mäßigen Einkommen einen erheblichen Unterschied machen können. In vielen Regionen Deutschlands ist eine Eigentumswohnung bei entsprechendem Einkommen, Eigenkapital und langfristigem Vermögensaufbau zumindest nicht grundsätzlich unrealistisch.
Führung: Bloß keine Hierarchien, bloß keine unangenehmen Gespräche und bloß keine Verantwortung, die über die eigene Stellenbeschreibung hinausgeht.
Was mich daran am meisten stört, ist nicht einmal, dass Menschen diese Dinge wollen. Ansprüche zu haben ist völlig legitim.
Was ich bemerkenswert finde, ist die teilweise fehlende Bereitschaft, die andere Seite der Gleichung zu akzeptieren:
Mehr Geld, mehr Freizeit, mehr Flexibilität, mehr Konsum und bessere Arbeitsbedingungen gibt es nicht automatisch. Irgendjemand muss den Wert dafür erwirtschaften. - Gottseidank sind die goldenen Jahre in Deutschland vorbei und die Leute werden so langsam auf den Boden der Tatsachen zurück geholt .
Und bevor jetzt das Argument kommt: „Frühere Generationen waren auch nicht besser“: Mag sein. Nur hatten diese nicht die Möglichkeiten, wie wir sie haben.
Posted Aug 19, 2026, 8:16 PM UTC