Beim BVB scheint Moral davon abzuhängen, wer das Geld zahlt

zum Kotzen

JP Performance wurde nach den Vorwürfen bzw. dem öffentlichen Statement zu häuslicher Gewalt als Vertragspartner des BVB entfernt und ist auch aus dem offiziellen BVB-Shop verschwunden.

Das kann man moralisch völlig richtig finden – mir geht es ausdrücklich nicht darum, JP Performance zu verteidigen.

Was mich allerdings an der ganzen Sache beschäftigt, ist die Konsequenz, mit der der BVB seine eigenen moralischen Maßstäbe anwendet.

Seit Mai 2024 ist Rheinmetall „Champion Partner“ des BVB. Die Partnerschaft läuft laut BVB drei Jahre bis 2027. Der BVB wirbt dabei ausdrücklich mit dem gesellschaftlichen Thema „Sicherheit und Verteidigung“.

Gleichzeitig ist Rheinmetall ein Rüstungskonzern. Es wurde unter anderem darüber berichtet, dass die Bundesregierung eine Lieferung von Rheinmetall-Munition an Israel für den Einsatz im Gaza-Krieg genehmigt hat.

Und hier beginnt für mich die Doppelmoral:

Bei einer Person bzw. einem vergleichsweise kleinen Vertragspartner wird gesagt: Mit diesem Menschen bzw. dieser Marke wollen wir aufgrund moralischer Grundsätze nichts mehr zu tun haben.

Bei einem milliardenschweren Rüstungskonzern lautet die Haltung dagegen sinngemäß: Sicherheit und Verteidigung sind gesellschaftlich wichtig – willkommen als Champion Partner.

Dabei gibt es erhebliche Kritik an den militärischen Operationen Israels und an Waffenlieferungen an Israel. Amnesty International und Human Rights Watch forderten beispielsweise bereits 2024, wegen des Risikos schwerer Menschenrechtsverletzungen keine militärische Ausrüstung mehr an Israel zu liefern.

Wo zieht der BVB eigentlich seine moralische Grenze?

Wenn Moral und gesellschaftliche Verantwortung ein entscheidendes Kriterium dafür sind, mit wem man als Verein zusammenarbeitet, dann sollte dieses Kriterium doch auch für die großen und finanziell wichtigen Partner gelten.

Oder anders gesagt:

Ist Moral beim BVB wirklich ein Grundsatz – oder gilt sie nur so lange, wie sie nicht zu teuer wird?

Ich finde die Entscheidung gegen JP Performance nicht unbedingt falsch. Ich finde nur, dass ein Verein dann auch bereit sein sollte, dieselben moralischen Maßstäbe auf seine deutlich mächtigeren und lukrativeren Partner anzuwenden.

Posted Sep 2, 2026, 12:40 PM UTC

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