Chronisches Erbrechen, Übelkeit, Schleim und helles Blut im Kot bei junger Hündin – hat jemand Ähnliches erlebt?
Hallo zusammen,
meine geliebte Hündin leidet inzwischen seit etwa fünf Monaten unter wiederkehrenden Magen-Darm-Problemen und ich weiß langsam nicht mehr, wie ich ihr helfen kann. Vielleicht hat jemand hier etwas Ähnliches mit seinem Hund erlebt und kann mir von seinen Erfahrungen berichten oder mir sagen, was ich noch mit den Tierärzten besprechen könnte.
Zu meiner Hündin
Sie ist eine kleine, etwa 1,5 Jahre alte Mischlingshündin und ich habe sie im Februar 2026 aus einem Tierheim in Mexiko adoptiert.
Über ihre Vorgeschichte wissen wir leider fast nichts. Sie wurde als junger Hund auf der Straße gefunden und lebte anschließend fast ein Jahr im Tierheim. Sie ist geimpft und kastriert.
Grundsätzlich ist sie eher ängstlich und unsicher, besonders bei Männern und in neuen Situationen. Gleichzeitig ist sie sehr neugierig und teilweise erstaunlich mutig. Da sie fast ihr ganzes bisheriges Leben im Tierheim verbracht hat, muss sie bei uns viele Dinge des normalen Lebens erst kennenlernen.
Die ersten 2–3 Monate bei uns verliefen völlig unauffällig.
Das Einzige, was mir auffiel: Sie hatte schon damals eine relativ schnelle Verdauung und setzte häufig Kot ab, teilweise bei jedem Spaziergang. Da sie ansonsten fit war, habe ich mir zunächst nichts dabei gedacht.
Ende April/Anfang Mai fing sie plötzlich an, morgens auf nüchternen Magen gelbliche Galle bzw. Schaum zu erbrechen.
Die Beschwerden begannen häufig gegen 3–4 Uhr morgens. Sie wurde unruhig, ihr Bauch machte sehr laute Geräusche und sie versuchte, Pflanzen zu fressen. Draußen fraß sie extrem viel Gras.
Später erbrach sie teilweise auch ihr Futter.
Trotzdem war sie erstaunlich fit und hatte weiterhin sehr guten Appetit.
Beim Tierarzt wurde zunächst eine Gastritis vermutet, möglicherweise ausgelöst durch die Reise, die Lebensumstellung und Stress.
Sie bekam unter anderem:
- Cerenia
- Zantoral
- MCP
- Sucrabest
- verschiedene Probiotika
Auch das Futter wurde angepasst. Uns wurde ein Futter mit weniger als 7 % Fett empfohlen. Seitdem bekommt sie Rinti Ziege Nassfutter und mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Zusätzlich bekommt sie abends noch eine kleine Portion, damit der Magen nachts nicht zu lange leer ist.
Die ersten Tage wurde es besser.
Sobald Cerenia abgesetzt wurde, kamen die Beschwerden jedoch wieder.
Wir waren daraufhin über zwei Monate praktisch jede Woche beim Tierarzt.
Zwischendurch hatte sie zweimal Durchfall mit hellem Blut.
Das Röntgen war unauffällig.
Auch die Blutuntersuchungen waren unauffällig, einschließlich großem und kleinem Blutbild sowie Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerten. Es wurde außerdem ein Gastroprofil und B12 bestimmt – ebenfalls ohne auffälligen Befund.
Im Ultraschall zeigte sich allerdings sowohl im Mai als auch im Juni eine verdickte Magen- und Darmwand.
Die Diagnose lautete damals Gastroenteritis.
Während dieser Zeit nahm sie trotz normalem bzw. gutem Appetit zunehmend ab.
Als sie im Juni erneut Durchfall mit hellem Blut bekam, wurde der Kot auf Parasiten untersucht. Der Test war positiv. Sie hatte einen starken Wurmbefall und wurde mit Panacur behandelt und entwurmt.
Danach wurde es tatsächlich deutlich besser.
Von Juli bis Mitte August konnte ich alle Medikamente absetzen. Sie erbrach vielleicht noch einmal alle zwei Wochen und hatte gelegentlich Sodbrennen, aber es war überhaupt kein Vergleich zu den Monaten davor.
Sie nahm wieder zu.
Ich hatte wirklich das Gefühl, dass wir endlich auf dem richtigen Weg waren.
Seit etwa einem Monat wieder massive Beschwerden.
Vor ungefähr einem Monat bekam sie plötzlich erneut Durchfall mit hellem Blut und Schleim.
Sie musste mehrfach hintereinander Kot absetzen und danach kam teilweise nur noch Blut und Schleim („Nachkotten“). Außerdem begann sie mit dem Schlittenfahren.
Zunächst gab ich wieder ZooLac, weil es bei den vorherigen Episoden geholfen hatte. Diesmal brachte es jedoch keine ausreichende Besserung.
Da sie am Tag zuvor möglicherweise an einem Plastik-/Gummihandtuchhalter gekaut und etwas davon verschluckt hatte, bestand zunächst der Verdacht auf einen Fremdkörper.
Wir gingen deshalb zum Tierarzt.
Das Röntgen war unauffällig und es konnte kein Fremdkörper festgestellt werden. Auch der Kot wurde erneut auf Würmer untersucht – diesmal negativ.
Da ZooLac nicht half und zusätzlich wieder das bekannte Erbrechen, Schmatzen und Sodbrennen auftraten, gingen wir erneut zum Tierarzt.
Sie bekam unter anderem:
- Estifor gegen den Durchfall
- Sucrabest
- Cerenia gegen die Übelkeit
- anschließend, als das Blut nicht verschwand, Kesium als Antibiotikum
Der Kot wurde damit zunächst wieder geformter und der eigentliche Durchfall besser.
Das helle Blut und der Schleim blieben jedoch bestehen.
Nach vier Tagen Kesium gab es keine wirkliche Besserung. Im Gegenteil: Ich hatte den Eindruck, dass ihre Übelkeit, das Bauchgrummeln, Grasfressen und schließlich auch das Erbrechen darunter sogar schlimmer wurden.
Nach Rücksprache mit der Tierärztin wurde das Antibiotikum deshalb unterbrochen.
Aktueller Stand:
Wir waren inzwischen vor zwei Tagen wieder beim Tierarzt.
Die aktuelle Verdachtsdiagnose lautet chronische Gastroenteritis.
Sie bekam erneut eine Spritze gegen die Übelkeit sowie Omeprazol gegen Sodbrennen, Schmatzen und morgendliches Erbrechen.
Zusätzlich bekommt sie momentan wieder:
- VSL
- ZooLac
- gekochten Leinsamenschleim
Nachdem die Wirkung der Spritze gegen die Übelkeit in der vergangenen Nacht nachgelassen hatte, setzte sie zunächst breiigen Kot mit hellem Blut ab.
Danach musste sie mehrmals nachkotten und es kamen teilweise größere Mengen Schleim mit Blut.
Mittags und abends war der Kot zwar etwas geformter, aber weiterhin mit Blut.
Gegen 15 Uhr erbrach sie ihr Futter und etwa eine Stunde später noch einmal Schaum.
Daraufhin bekam sie eine Cerenia-Tablette. Bis 21 Uhr hat sie nicht erneut erbrochen.
Seit ungefähr einem Monat treten immer wieder folgende Beschwerden auf:
- geformter oder breiiger Kot mit Schleim und hellrotem Blut
- teilweise größere Mengen Blut/Schleim nach dem eigentlichen Kotabsatz
- häufiges Nachkotten
- Schlittenfahren
- Übelkeit
- Lippenlecken und häufiges Schlucken
- Sodbrennen/Reflux
- lautes Blubbern und Grummeln im Bauch
- nächtliche Unruhe
- starkes Grasfressen
- Erbrechen, morgens oder teilweise nach dem Fressen
- sehr guter bzw. teilweise gesteigerter Appetit
Die Beschwerden treten häufiger und sind schlimmer als sie damals Würmer hatte.
Das Merkwürdige ist: Sie wirkt zwischen den Episoden oft erstaunlich fit.
Sie frisst sehr gut, läuft, spielt und interessiert sich für ihre Umgebung. Wenn es ihr schlechter geht, ist sie allerdings deutlich unruhiger, schläft mehr und wirkt einfach nicht wie sonst. Es schwankt aber immer über den Tag verteilt.
Sie ist nicht apathisch oder dauerhaft schlapp.
Teilweise wirkt sie sogar regelrecht ausgehungert. Ich vermute, dass die Magen-Darm-Probleme bzw. die wiederholte Übelkeit und das Erbrechen vielleicht etwas mit ihrem gesteigerten Appetit zu tun haben könnten.
Die Tierärzte sprechen inzwischen von einer chronischen Gastroenteritis und der nächste diagnostische Schritt soll eine Endoskopie/Magenspiegelung mit weiteren Proben sein.
Ich warte aktuell noch auf den Kostenvoranschlag.
Nach inzwischen fünf Monaten, zahlreichen Tierarztbesuchen, Untersuchungen und Medikamenten sind wir finanziell und emotional wirklich an unserer Grenze.
Ich habe so viele Nächte kaum geschlafen, weil die Beschwerden häufig gegen 3–4 Uhr morgens beginnen. Dann läuft sie unruhig durch die Wohnung, ihr Bauch grummelt, sie ist übel, muss mehrfach Kot absetzen oder erbricht sich.
Ich bin ehrlich gesagt ziemlich verzweifelt, weil ich meinem Hund einfach nicht helfen kann.
Hat jemand so etwas mit seinem Hund durchgemacht und am Ende tatsächlich eine Ursache gefunden bzw. ein Happy End erlebt?
Ich freue mich auf eure Antworten.
Posted Sep 10, 2026, 7:18 PM UTC