Mein Leben ist zuviel
Alles ist irgendwie zu viel – und ich hätte gerade gerne einfach mal ein bisschen Hoffnung
Ich weiß gerade gar nicht so richtig, wohin mit mir.
Auf der Arbeit ist Integrantenstadel. Nichts, was objektiv eine Katastrophe wäre, aber ständig ist irgendwas. Menschen, Themen, Entscheidungen. Ich bin die dummen Spiele so leid.
Dazu zwei Kinder.
Meine Tochter ist 3 und war die kompletten Ferien trocken. Seit die Kita wieder angefangen hat, kackt sie sich jeden Tag ein. Der Kindergarten quängelt auch wegen Logopädie seit Anfang der Woche.
Diese Woche Sommerfest, Elternabend, Spielplatztreffen und viel Arbeit.
Mein Sohn ist 7, wild und laut, und ich habe plötzlich Angst, dass er nicht genug Freunde hat.
Und da merke ich schon, wie ich wahrscheinlich wie blöde projiziere.
Denn ich selbst habe zunehmend das Gefühl, dass Freundschaften unter Erwachsenen unglaublich schwierig geworden sind. Ich habe Freundinnen, glaube ich. Ich versuche, Kontakte zu halten, schreibe, frage nach Treffen. Es wird auch immer angenommen. Aber von selbst meldet sich kaum jemand. Gefühlt geht keiner auch nur einen Millimeter aus seiner eigenen Bahn.
Alle haben Arbeit, Kinder, Termine und ihr eigenes Leben. Ich verstehe das ja. Aber es ist wahnsinnig mühsam geworden, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, dabei ist mir das so wichtig.
Und dann sehe ich meinen Sohn und denke: Hat der genug Freunde? Ist er glücklich? Oder übertrage ich gerade einfach mein eigenes Gefühl auf ihn?
Mein Mann ist auch oft gereizt und schlecht gelaunt, was die Stimmung zu Hause nicht gerade besser macht.
Und ich merke gerade, dass ich nicht mehr weiß, wie lange ich das alles so deichseln kann.
Jeder Tag fühlt sich gerade weniger nach Leben und mehr nach Zeit totschlagen an, bis er vorbei ist. Aufstehen, arbeiten, Kinder, Haushalt, organisieren, schlafen. Und am nächsten Tag wieder.
Und ich bin einfach nicht mehr besonders optimistisch.
Vielleicht auch irgendwie zu dumm um alles richtig zu erfassen oder zu krass um gut mit anderen zurechtzukommen.
Dazu kommt die Nachrichtenlage. Ich weiß manchmal gar nicht mehr, worüber ich mir eigentlich zuerst Sorgen machen soll. Rechte demnächst auch in unserem Parlament, die Russen kommen, wegen des Klimawandels gibt es irgendwann nichts mehr zu essen, die KI löscht uns aus oder wir sorgen uns einfach noch ein bisschen um die Rente.
Ich weiß, dass das teilweise irrational klingt. Und wahrscheinlich ist vieles davon gerade auch deshalb so düster, weil ich selbst erschöpft bin? Dabei schlafe ich gar nicht schlehct.
Ich weiß auch, dass ich eigentlich mal ein Buch lesen, spazieren gehen oder sonst irgendetwas machen sollte, das nichts mit Arbeit, Kindern und Organisation zu tun hat. Aber meine Aufmerksamkeitsspanne reicht momentan gefühlt nicht einmal mehr dafür.
Und ich glaube, was ich gerade eigentlich suche, ist gar kein konkreter Rat.
Ich hätte einfach gerne mal von Eltern mit etwas älteren Kindern gehört:
Wird es wieder leichter?
Kommt irgendwann eine Phase, in der man nicht mehr permanent organisieren, hinterherlaufen, erinnern, schlichten, putzen und funktionieren muss?
Wird das Leben irgendwann wieder weniger mühsam und ein bisschen leichter?
Ich brauche gerade irgendwie weniger „Du musst X ändern“ und mehr: Kopf hoch, das geht vorbei. Danach kommt wieder etwas Schönes. Falls es denn so ist...
Posted Sep 14, 2026, 7:58 PM UTC