Trennung kurz vor Einzug – gemeinsamer Mietvertrag und vereinbarte Kostenübernahme durch Ex-Partner (langer Text)

Hallo zusammen,

ich brauche mal eine Einschätzung, wie meine rechtliche Situation in Bezug auf eine gemeinsam angemietete Wohnung aussieht.

Letzten Mittwoch hat mein Partner (M24) die knapp 8 Monate alte Beziehung beendet. Ich (W27) kam von der Arbeit nach Hause und plötzlich waren sämtliche Sachen von ihm aus der Wohnung verschwunden. Er meinte lediglich, dass er das alles nicht mehr könne. Eine wirklich nachvollziehbare Begründung konnte bzw. wollte er mir nicht geben.

Was mich daran besonders überrascht, ist, dass wir vorher mehrfach Gespräche hatten, nach denen für mich eigentlich wieder alles in Ordnung war. Wenn ihn innerhalb der Beziehung etwas gestört hat, hat er das meistens nicht offen angesprochen. Wenn überhaupt, kamen Dinge erst zur Sprache, wenn ich selbst etwas angesprochen habe.

Ein Punkt war beispielsweise, dass er meine schlechte Laune nach der Arbeit nicht mochte. (Was irgendwo verständlich ist – allerdings ist man vielleicht auch mal schlecht gelaunt, wenn man von der Arbeit kommt und zu Hause im Haushalt nichts gemacht wurde obwohl er mehrere Monate Urlaub hatte, gleichzeitig einen Rechtsstreit mit dem Vermieter der aktuellen Wohnung führt und generell ziemlich viel um die Ohren hat.)

Parallel dazu hatten wir bereits eine neue Wohnung gemeinsam angemietet. Er hatte mir sogar gesagt, dass er während meiner Arbeitszeit schon anfangen möchte zu packen und in meiner bisherigen Wohnung die Wände streichen würde, damit wir möglichst schnell und unkompliziert umziehen können. Das tat er natürlich nicht.. er lässt mich jetzt auch komplett alleine mit dem Umzug, obwohl er sich um Transport und Helfer kümmern wollte. Er weiß, dass ich keinen großen Freundeskreis habe und meine Freunde von weiter weg kommen..

Die Schlüsselübergabe für die neue Wohnung ist am 18.09.2026. Er möchte dort trotzdem mitkommen und wir wollen gegenüber dem Vermieter so auftreten, als wären wir noch ein Paar, damit ich die Wohnung überhaupt übernehmen kann. Hintergrund ist, dass meine bisherige Wohnung bereits gekündigt ist und ich dort nicht einfach länger bleiben kann. Mein bisheriger Vermieter würde mir aufgrund des laufenden Rechtsstreits vermutlich keine Verlängerung ermöglichen.
Die neue Wohnung ist allerdings deutlich teurer als meine bisherige.

Mir ist bewusst, dass es ziemlich blauäugig war, die neue Wohnung gemeinsam anzumieten, obwohl ich sie alleine finanziell eigentlich nicht vernünftig tragen kann. Dafür brauche ich keine Vorwürfe – den Fehler habe ich selbst erkannt und so etwas wird mir definitiv nicht noch einmal passieren.

Rein rechnerisch kann ich die Wohnung zwar irgendwie alleine bezahlen, aber dann bleibt mir durch meine laufenden Kosten und insbesondere die Fahrt zur Arbeit kaum noch etwas übrig. Ich fahre täglich über 60 km zur Arbeit und die Spritkosten sind entsprechend hoch.

Wir hatten deshalb nach der Trennung zunächst eine Vereinbarung (auch schriftlich festgehalten) getroffen, wie die Kosten geregelt werden sollen. Da die Trennung für mich finanziell ziemlich problematisch ist und er die Wohnung ursprünglich ebenfalls mit mir angemietet hat, sollte er zunächst:
- die Hälfte der Kaution übernehmen,
- den ersten Monat der neuen Wohnung vollständig bezahlen,
- zusätzlich die Hälfte der Kosten der bisherigen Wohnung übernehmen,
- und anschließend für sechs Monate die Hälfte der Miete der neuen Wohnung zahlen.

Danach sollte ich schauen, ob ich die Wohnung alleine dauerhaft finanzieren kann oder mir eine günstigere Wohnung suchen muss. Günstigere Wohnungen sind hier allerdings schwierig zu finden bzw. der Wohnungsmarkt ist generell sehr dünn.

Zusätzlich hat er noch offene Beträge bei mir aus gemeinsamen Einkäufen, Essen gehen, Veranstaltungen usw., die sich seit Juli angesammelt haben. Auch dafür hat er bislang keine Zahlung geleistet. Es gibt außerdem Dinge, die er mir nach der Trennung noch zugesagt hatte zu erledigen, um bestimmte von ihm verursachte Dinge aus der Welt zu schaffen – darum kümmert er sich momentan ebenfalls nicht.

Meine eigentliche Frage ist nun:
Wie verbindlich ist eine solche Vereinbarung zwischen uns überhaupt?

Angenommen, er zahlt seinen vereinbarten Anteil nicht: Kann ich dann gegenüber dem Vermieter einfach nur meinen Anteil der Miete überweisen und darauf verweisen, dass er seinen Teil schuldet? Oder hafte ich gegenüber dem Vermieter trotzdem für die komplette Miete, wenn wir beide im Mietvertrag stehen?

Mir ist grundsätzlich wichtig, dass der Vermieter sein Geld bekommt. Ich möchte nicht, dass er wegen unserer privaten Trennung auf seiner Miete sitzen bleibt. Das Problem ist nur, dass ich insbesondere den ersten Monat mit doppelter Miete und zusätzlich der Kaution finanziell kaum stemmen kann, wenn mein Ex-Partner seinen vereinbarten Anteil nicht zahlt.

Ich werde auch noch meine Rechtsschutzversicherung dazu kontaktieren, sobald ich dafür neben der Arbeit Zeit und tatsächlich die Nerven finde.

Mich würde aber interessieren, wie die Situation grundsätzlich rechtlich aussieht:
Ist eine schriftliche Vereinbarung über seine Kostenbeteiligung ausreichend bzw. grundsätzlich einklagbar?

Haftet er aufgrund des gemeinsamen Mietvertrags gegenüber dem Vermieter ohnehin für seinen Anteil bzw. sogar für die gesamte Miete?

Was passiert, wenn er seinen Anteil nicht zahlt und ich deshalb nur meinen eigenen Anteil an den Vermieter überweisen kann?

Sollte ich die Vereinbarung möglichst noch einmal rechtssicher formulieren bzw. unterschreiben lassen?

Gibt es etwas, worauf ich jetzt vor der Schlüsselübergabe unbedingt achten sollte?

Eine Chance für die Beziehung besteht übrigens nicht mehr. Sein wahres Gesicht zeigt er nach und nach - ebenso war er extrem faul im Haushalt, obwohl er kostenfrei bei mir gewohnt hat; pflegte sich seit dem er bei mir wohnte nicht mehr so sehr und sah fast schon wie ein gepflegter Obdachloser aus, wenn wir draußen unterwegs waren und ich hab mich gefühlt als wäre ich seine Mutter, weil ich ihm alles sagen musste und ihm hinterher putzen musste.
Mir geht es wirklich nur noch darum, die finanzielle und mietrechtliche Situation möglichst sauber zu regeln und nicht am Ende alleine auf sämtlichen Kosten sitzen zu bleiben.

Posted Sep 17, 2026, 3:18 AM UTC

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